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Breitach

Vorarlberg / Österreich

Abschnitt:

Obere Breitach

Länge und Schwierigkeit:

bis 15,8 km WW III-IV(+)

DKV-km:

3,2 - 19,0

Befahrbarkeit:

evtl. bis Juni

Landschaftsbewertung:

2 u. 1-2

Die Breitach gehört mit zu den sowohl wildwassertechnisch als auch landschaftlich interessantesten Flüssen im deutsch-österreichischen Grenzgebiet.

Die unten beschriebene Wildwasserstrecke der Breitach liegt im Kleinen
Walsertal südwestlich von Oberstdorf (Allgäu). Das Kleine Walsertal befindet sich hoheitlich in Österreich, ist aber mit dem Auto ausschließlich nur von Norden, von Deutschland, erreichbar. Zumeist wird die Breitach über die Autobahn A 7 Memmingen - Kempten und dann weiter über Oberstdorf angefahren.

Der Fluss entspringt in den Allgäuer Alpen zwischen Bergen von bis zu 2530 m Höhe, ist bei einem guten Wasserstand ab dem Dorf Baad auf fast 16 Kilometer Länge befahrbar, durchbricht danach die 3 Kilometer unfahrbare(!) und sehenswerte Breitachklamm und vereint sich nach weiteren 6,5 wieder paddelbaren Kilometern bei Oberstdorf mit der Stillach zur Iller.

Der Wasserstand kann über das Internet unter
www.hnd.bayern.de bei der Pegelanlage Tiefenbach abgerufen werden. Dabei ist zu beachten, dass sich der Wasserstand aufgrund der Schneeschmelze im Laufe des Tages erheblich verändert und zum Nachmittag deutlich zunimmt. Einen kleinen Film über die Obere Breitach findet man hier.

Je nach Wasserstand kann der Einstieg für die Obere Breitach weiter oben oder unten gewählt werden. Der übliche Ausstieg befindet sich jedoch vor dem südwestlichen Eingang der Breitachklamm. Dieser Eingang wird über einen 15-Minuten dauernden und steilen Fußweg von einem der beiden gebührenpflichtigen Parkplätzen (>
N 47° 23' 11'', E 10° 13' 44'') an der Gaststätte Walserschanze erreicht. Die auffällige Gaststätte liegt unmittelbar vor der Grenze von Österreich nach Deutschland an der Straße 201, später 19.

Um später den Ausstieg nicht zu verpassen, sollte bei einer Erstbefahrung die Ausstiegstelle kurz besichtigt werden. Hierzu mit den vielen Touris den Fußweg zum Fluss hinunterwandern und unten an der Wegeabzweigung 200 m flussaufwärts gehen. Hier befindet sich im Kiesbett des linken Ufers ein auffälliger ca. 1,5 m hoher Pfeiler einer ehemaligen Brücke. Hier oder spätestens kurz danach sollte die Wildwassertour später beendet werden.

Übrigens muss auf der Breitach immer wieder mit querliegenden Bäumen gerechnet werden. Auf die aktuelle Situation kann in dieser Beschreibung nicht eingegangen werden, da sich diese ständig ändert. Insbesondere im unteren Abschnitt tauchen einige Bäume sehr plötzlich und evtl. direkt in Kurven auf. 2-3 Bäume sind eigentlich bei jeder Tour zu umtragen.

Bei einem guten Wasserstand kann die Wildwassertour auf der Oberen Breitach bereits an der obersten Einstiegstelle am Kreisel (>
N 47° 18' 33'', E 10° 07' 19'') in Baad begonnen werden (DKV-Fluss-km 3,2). Dieses Dorf liegt am Talende, am Ende der Straße 201. Ein Wanderweg begleitet nun auf den nächsten Kilometern den Fluss am linken Ufer.

Vorsicht! Bis Anfang Juni kann kurz nach Fahrtbeginn, evtl. aber auch noch im Verlauf der nachfolgenden ersten Kilometern, im Flussbett noch mit Schneefelder gerechnet werden. Diese können evtl. auch unterspült sein.

Mit schönen WW II-III geht es bald am Campingplatz von Baad vorbei (s. Bild unten; km 4,7).

Auf der Höhe einer Lawinengalerie der Talstraße, einige hundert Meter nach dem Campingplatz, macht der Fluss eine scharfe Rechtskurve (s. Bild unten). Direkt vor der Kurve verengt sich das Flussbett zwischen den Felsen (km 5,0). Vor der Kurve sollte zunächst am linken Ufer ein Kehrwasser angefahren werden und zumindest die nachfolgenden ersten 100 Meter bis zu einem kleinen Steg von einem kleinen Wanderweg am linken Ufer erkundet werden. Es folgt ein enger, stark verblockter, 300 m langer Katarakt mit abnehmenden Schwierigkeiten (WW IV+ auf III-IV).

Nach den steilen und engen ersten hundert Metern wird der Fluss offener, breiter und etwas leichter (s. Bild oben). Der Katarakt kann auch über das linke Ufer bis zur nachfolgenden kleinen Straßenbrücke umtragen werden.

Danach gehen die Schwierigkeiten wieder auf WW II-III zurück. Etwas später folgt auf grader Strecke eine ca. 40 m lange Schräge mit überraschend wuchtigen Wellen (s. Bild unten; WW III+).

Bald darauf wird dann eine bei normalen Wasserständen beliebte Einstiegstelle bei Mittelberg-Bödmen erreicht (km 7,0). Wer hier einsteigen will, fährt auf der Straße von Hirschegg nach Baad. Kurz nach dem das links unterhalb der Straße liegende, riesige `Aparthotel Kleinwalsertal´ auftaucht, links in Richtung Schwendle-Höfle abbiegen. Bald darauf wird eine kleine Straßenbrücke (> N 47° 19' 07'', E 10° 09' 21'') über die Breitach erreicht.

Direkt hinter der Straßenbrücke folgt ein 400 m langer, stärker verblockter, aber weitgehend übersichtlicher Katarakt (s. beide nachfolgenden Bilder; WW III-IV). Die schwerste und vom Kajak nicht übersehbare Stelle, ein 1,2 m hoher Abfall mit verwalztem Unterwasser, folgt bereits ca. 70 m nach der Brücke und sollte evtl. zuvor hinsichtlich der besten Fahrroute kurz besichtigt werden (s. Bild unten).

Oft wird die Wildwassertour auch erst unterhalb dieses Kataraktes begonnen. Hierzu können die Kajaks ggf. über den Wanderweg am linken Ufer bis zum Ende des Katarakts getragen werden.

Danach dann weiter mit schönem WW II-III.

Am kommenden Campingplatz (>
N 47° 21' 03'', E 10° 10' 48'') auf der rechten Flussseite etwas oberhalb von Riezlern befindet sich eine weitere Einstiegstelle (km 10,5). Die Fahrzeuge sollen hier aber angeblich schlecht abgestellt werden können. Kurz danach taucht einige Meter über dem Fluss ein merkwürdiges Mobile aus Schlachtermessern und Ochsengerippe auf. Daraufhin verläuft der Fluss langsam immer mehr in einer Schlucht. Auf den nächsten Kilometern verläuft der Wanderweg nun weitgehend abseits des Flusses.

1,5 Kilometern hinter dem Campingplatz wird die hochgelegene Bundesstraße 201 unterfahren (km 12,0). Die Schwierigkeiten nehmen langsam auf WW III-IV zu.

500 m nach der hohen Straßenbrücke wird am rechten Ufer das Klärwerk von Riezlern erreicht (km 12,5). Hier befindet sich insbesondere bei weniger guten Wasserständen eine weitere beliebte Einstiegstelle. Das Klärwerk wird erreicht, indem man in Riezlern nach dem Casino rechts abbiegt und in Richtung Schule/Klärwerk fährt (> N 47° 21' 28'', E 10° 10' 49'').

Einige hundert Meter später beginnt schließlich der 500 m lange sogenannte `Bauhauskatarakt´ (s. Bilder unten; WW IV). Dieser ist mit seinen vielen Kurven bedingt auf Sicht zu fahren. Es stehen nur kleine Kehrwässer zur Verfügung.

Hier ist insbesondere auch auf querliegende Bäume in den scharfen Kurven aufzupassen!

Danach geht es dann wieder mit WW III-IV weiter. Schließlich wird die Straßenbrücke Riezlern-Schwende erreicht (km 13,5). Bei niedrigen Wasserständen soll hier ebenfalls noch eine Einstiegsmöglichkeit bestehen. Hier bringt der von links hinzufließende Schwarzwasserbach noch einiges an Wasser hinzu.

Nach weiteren 500 m wird schließlich der schönste Teil der Oberen Breitach erreicht, die 500 m lange `Schwende-Schlucht´ (km 14,0) mit steilen Felswänden und nur wenigen kleinen Kehrwässern (WW IV; s. beide nachfolgende Bilder). Die Schluchtstrecke wird mit einem wuchtigen Schwall (1 m Stufe, Mitte bis rechts gut befahrbar) eingeleitet.

Zum Ende der 500 m folgt noch das `Fischerloch´ mit einer 1,5 m hohen Stufe, die in der Mitte auf der rechten Hälfte der Strömungszunge gut fahrbar ist (s. Bild oben; vom Paddler ist hier nur noch der obere Teil des Helmes sichtbar). Danach öffnet sich die enge Schlucht wieder ein wenig.

Die Schluchtstrecke kann ggf. über einen Wanderweg am linken Ufer zuvor besichtigt werden. Wegen den steilen Uferböschungen muss aber rechtzeitig vor Schluchtbeginn angelandet werden.

Auf der verbleibenden Strecke von 4 Kilometern bis zum Ausstieg folgen mit dem `Waldhauskatarkt´ (s. Bild unten) noch einige schöne kleine Stufen (WW III-IV).

Wenn schließlich der 1,5 m hohe, einsam stehende Brückenpfeiler am linken Ufer auftaucht, heißt es die Wildwassertour zu beenden (km 19,0).

200 m später beginnt die unfahrbare Breitachklamm (s. Bild unten).

Sollte eine Befahrung schon ab Baad möglich sein, bietet sich eine Übernachtung auf den landschaftlich sehr schön gelegenen Campingplatz (> N 47° 18' 44'', E 10° 08' 01'') 1,5 Kilometer östlich von Baad an. Andernfalls kommt auch der Campingplatz zwischen Riezlern und Hirschegg in Frage. Wer mit seinem Wohnmobil einen ruhigen und schönen Stellplatz sucht, findet diesen zusammen mit einer neuen Sanitäranlage am Kreisel in Baad.

Hinweise: Die Infos und die Fotos beziehen sich auf eine Befahrung am 29.05.2005 undd sind von Mathias Dieckmann. Die Obere Breitach hatte auf ihrer Standartstrecke ab Riezlern einen sehr guten mittleren Wasserstand. Auf der oberen Strecke war der Wasserstand entsprechend geringer. Am Einstieg beim Campingplatz in Baad hatten wir gutes Niedrigwasser. Am Tag der Befahrung mussten zwei Bäume umtragen werden. 2 weitere Bäume konnten knapp umfahren werden.

Die damalige Pegelanlage existiert seit Herbst 2011 nicht mehr, daher werden die alten Pegelwerte der Paddeltour hier nicht mehr angegeben. Nun ist die Pegelanlage Tiefenbach (s. Link am Anfang dieser Seite) maßgeblich. Bei der Beurteilung des Pegels im Internet sollten immer die Pegelverläufe der Vortage beachtet werden.

Nach der Website von www.stefanrohloff.de kann nun folgendes angenommen werden: Niedrigwasser: 12 m³/s, Mittelwasser: 18m³/s, Hochwasser: 25 m³/s. Ab 15 m³/s kann man schon 3 km oberhalb in Baad einsetzen. Wenige 8 m³/s reichen noch für die untersten 4 km ab der Mündung des Schwarzwasserbaches.

Da der Walserbus alle 20 bis 30 min durch das Tal fährt, bietet es sich an, das Auto per Bus nachzuholen. Boote nimmt der Bus aber nicht mit.

Bilder Nr. 2, 10-13 von Reinhard Böling

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