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Giffre

Nördl. Savoyen / Frankreich

Abschnitt:

Sixt - Samoens

Länge und Schwierigkeit:

7 km WW II-III (IV?)

DKV-km:

km 10,7 - km 17,7

Befahrbarkeit:

bis Juli, evtl. bis in den August

Landschaftsbewertung:

2-(1)

Das besondere an der Giffre ist die enge, 200 m lange, sehr schöne Klamm `Gorges de Tines´.

Der hier beschriebene Abschnitt der Giffre liegt ca. 50 Kilometer östlich von Genf in einem Endtal in der Nähe zur Schweizer Grenze. Der Fluss entspringt an mehreren kleineren Gletschern in Bergen von bis zu 3050 m Höhe und mündet nach 45 Kilometern in die Arve. Sehenswert ist der `Cirque du Fer a Cheval´, ein interessanter Felsenkessel am oberen Talende der Giffre mit schönen Wasserfällen bis in den Sommer hinein.

Obwohl der Giffre ein Gletscherfluss ist, führt er nur bis Juli, evtl. noch bis in den August hinein, einen für eine Befahrung ausreichenden Wasserstand. Die beste Zeit für eine Befahrung sind die Monate Mai und Juni. Im April wird an der auf 775 m hoch gelegenen Einstiegstelle nur Niedrigwasser oder sogar zu wenig Wasser vorgefunden.

Ein Pegel von der Giffre kann im Internet wohl bei der Pegelstation Marignier abgerufen werden. Diese Pegelstation befindet sich jedoch kurz vor der Mündung und an einem Teilstück, auf dem das Wasser abgeleitet ist.

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Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten sind bis auf einem hufeisenförmigen Blockwurfwehr, das nicht ganz einfach zu Umtragen ist, verhältnismäßig gering.

Diese Stelle, die direkt vor einer schönen Klamm liegt (s. Bild rechts), sollte schon auf der Anfahrt von der Ausstiegstelle zur Einstiegstelle besichtigt werden.

Die Ausstiegstelle für den hier beschriebenen Abschnitt befindet sich an der Straßenbrücke von Samoens. Hier beenden am linken Ufer direkt hinter der Brücke (N 46° 04' 34'', E 06° 43' 03'') auch die Raftunternehmen zumeist ihre Fahrt. Samoens ist im Sommer fest in der Hand von Touristen. Dementsprechend voll ist dann auch der hier am rechten Ufer gelegene Campingplatz. Übrigens: In dem zum Campingplatz gehörenden Gebäude in der Nähe der Brücke befinden sich im Untergeschoss auf der Rückseite münzfreie Duschen (... natürlich offiziell nur für Camper).

Zur Einstiegstelle gelangt man von Sameons über die später den Fluss begleitende Straße Nr. 907. Schon auf der Anfahrt sollte man einen Blick in die direkt neben der Straße gelegene `Gorges de Tines´ werfen. Dabei sollte man sich vom rechten Ufer auch schon einmal die schwierige Einfahrt ansehen und mögliche Ausstiegstellen, Fahrtrouten oder evtl. Umtragemöglichkeiten erkunden. Ein steiler Trampelpfad führt hier ein wenig den Waldhang hinunter. Kurz nach dem Klammbeginn führt auch eine kleine Fußgängerbrücke über die Klamm.

Die übliche Einstiegstelle der Rafter befindet sich ca. 600 m oberhalb des Dorfes Sixt an einer auffällig großen Schotterfläche (N 46° 03' 25'', E 06° 46' 52'') zwischen der Straße und dem Fluss. Wer mit einem VW-Bus o.ä. unterwegs ist, kann hier übernachten, darf sich aber nicht wundern, wenn am nächsten Morgen schon ab 9 Uhr die Frühstücksruhe von vielen(!) Raftern gestört wird.

Eine weitere beliebte Einstiegstelle mit Parkmöglichkeiten für nur 1-2 Fahrzeuge liegt 200 m oberhalb an der kleinen Brücke nach Le Vivier. Hier führt am linken Ufer, 10 m unterhalb der Brücke, ein kleiner Trampelpfad zum Fluss. Wer auf der großen Schotterfläche nicht übernachtet und dort die Wildwassertour startet, sollte möglichst schon hier die Fahrt auf der Giffre beginnen.

Der Giffre ist ab der oberen Einstiegstelle noch verhältnismäßig schmal, weist zunächst noch eine mäßig-schwere Verblockung, einige wenige Kehrwasser, ein gutes Gefälle und eine schnelle Strömung auf (WW III). Die Ufer sind überwiegend reguliert.

Ab der großen Schotterfläche, der zweiten Einstiegstelle, nimmt die Verblockung, das Gefälle und damit auch die Strömungsgeschwindigkeit ein wenig ab (WW II-III). Kurz danach geht es dann durch den vorübergehend begradigten, mit Ufermauern versehenen Teil des Dorfes Sixt. Direkt danach wird es landschaftlich wieder natürlicher (s. Bild unten).

Nach 2,5 Kilometern fließt der Giffre vorübergehend durch die breiten immer wieder neu verlegten Kiesbänken eines Kieswerkes. Am Ende der Kiesbänke gilt es sich vorsichtig der Einfahrt in die Klamm der `Gorges de Tines´ zu nähern. Unmittelbar vor der Klamm befindet sich ein viertelkreisförmiges, hohes und steiles Blockwurfwehr mit sehr steckgefährlichen Felsblöcken!.

Bei Niedrigwasser kann das Blockwurfwehr am äußersten rechten Rand über die Felsblöcke und anschließend auf einem schmalen Grat an der Uferfelswand umtragen werden (s. Bild unten). Hierbei ist jedoch am Ende ein Felsenstart von einer ca. 1,2 m hohen, leider sehr schrägen und rutschigen Felsebene notwendig.

Bei sehr niedrigen Wasserständen kann man die Boote auch über die Felsblöcke in der Mitte des Blockwurfwehres heben (s. Bild oben).

Bei mittleren Wasserständen könnte eine Befahrung evtl. in manchen Bereichen möglich sein (mind. WW IV?). Auf jeden Fall ist das Blockwurfwehr vor einer Befahrung zu besichtigen!

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Die folgende Klamm ist insgesamt 200 m lang und am Anfang nur knapp 2 m breit, aber zunächst noch verhältnismäßig ruhig (s. Bild rechts).

Mittendrin weitet sich die Klamm vorübergehend ein wenig. Hier befindet sich auch ein mäßig-verblockter Schwall mit einer bei mittleren Wasserständen kräftigen Walze (s. Bild unten; bei Niedrigwasser).

Bei Niedrigwasser sind die Schwierigkeiten in der Klamm eher gering. Bei mittleren Wasserständen nimmt die Strömung jedoch deutlich zu. Es entstehen Walzen, Presswasser, Verschneidungen und Pilze (WW II-III).

Auf den verbleibenden 3,5 Kilometern ab Klammausgang bis zur Ausstiegstelle bietet der nun natürlich durch ein schönes Waldtal fließende Fluss einzelne verblockte Schwälle (WW II-III). Vereinzelnd gibt es auch die eine oder andere kleine Stufe.

Insgesamt ist dieser Abschnitt sowohl wildwassertechnisch als auch landschaftlich interessanter als der Abschnitt oberhalb der Klamm (s. nachfolgende Bilder).

Leider wird viel zu früh die Ausstiegstelle kurz nach der Brücke bei Samoens erreicht. Hier befindet sich als Abschluss noch einmal ein wuchtiger Schwall. 80 m nach der Brücke können die Kajaks von der Kiesbank am linken Ufer über einen Weg zum Parkplatz an der Straße hochgetragen werden.

Laut dem DKV-Führer und anderen Beschreibungen kann man von hier noch die Paddeltour auf 10 Kilometer bis zur Brücke der N 902 auf der Höhe von Taninges fortsetzen. Die Schwierigkeiten sollen mit WW I u. II (III) nur gering sein. Bei der III´er-Stelle handelt es sich um einen kräftigen Schwall unter der nach 4 Kilometer folgenden Straßenbrücke zwischen Verchaix und Marillon. Auf diesem 10 km langen Abschnitt sollen sich auch (mind.) vier Blockwurfwehre befinden, die vor einer Befahrung besichtigt werden sollen. Der Giffre fließt hier durch ein breites, im Bereich des Flusses aber schönes Tal.

Danach wird das Wasser zumeist abgeleitet. Leider kann dann auch nicht die hier befindliche schöne `Gorges de Mieussy´ befahren werden.

Hinweis: Die Infos basieren teileise auf den 10. August 2004, teilweise auf den 12. April 2012 und sind alles von Mathias Dieckmann. Vom 10. August 2004 stammen die Fotos Nr. 2, 3, 5 - 9. Der Fluss hatte an diesem Tag einen niedrigen Wasserstand. Vom 12. April 2012 sind die Fotos Nr. 1 und 4. An diesem Tag hatte der Fluss einen sehr niedrigen Wasserstand. Bis auf das Blockwurfwehr war an beiden Tagen alles fahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

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