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Landquart

Graubünden / Schweiz

Abschnitt:

Küblis - Schiers

Länge und Schwierigkeit:

10,5 km WW III/IV (V-)

DKV-km:

km 25 - km 35,5

Befahrbarkeit:

am besten Juli - September

Landschaftsbewertung:

2 (3)

Wasserreicher wuchtiger Wildfluss der zumeist erst im Hoch- oder Spätsommer einen optimalen, d.h. nicht mehr zu hohen Wasserstand hat.

Der Gletscherfluss Landquart liegt im Osten der Schweiz, südöstlich von Liechtenstein, nordöstlich der Stadt Chur. Der Ursprung der Landquart liegt mit mehreren Quellflüssen in der Silvrettagruppe mit Bergen von bis zu 3300 m Höhe. Nach 46 Kilometern mündet der Fluss beim Ort Landquart in den Rhein.

Leider sind im Hoch- und Spätsommer nicht mehr allzu viele Flüsse in den Alpen befahrbar. Dann bieten in der Schweiz nur noch die Vorderrhein-Region oder das Engadin ein lohnendes Ziel. Wer vom Bodensee oder Zürich eine dieser beiden Regionen anfährt, sollte auf jeden Fall noch bei der Landquart vorbeisehen.

Im Mai und Juni sind die Wasserstände auf der Landquart oft noch zu hoch. Von Juli bis September hat die Landquart dagegen einen zumeist optimalen niedrigen bis mäßigen mittleren Wasserstand.

Da das Flussbett der Landquart für die auftretenden Wassermengen verhältnissmäßig begrenzt ist, wird die Landquart schon bei guten mittleren Wasserständen zu einem reißenden, nicht ungefährlichen Wildfluss. Bei höheren Wasserständen sollte daher von einer Befahrung abgesehen werden. Bei der Landquart ist ein mittlerer Wasserstand nicht gleichzusetzen mit einem optimalen Wasserstand! Abweichend von Angaben zu Wasserständen in anderen Informationsquellen werden die Wassermengen wie folgt eingestuft:

ab 10 cbm/sec

- ab hier noch lohnenswert

20-30 cbm/sec

- optimaler Wasserstand

WW III-IV (IV+)

30-40 cbm/sec

- optimaler Wasserstand

WW IV (V-)

ab 50 cbm/sec

- nur für `Profis´

Die aktuelle Wassermenge und damit die Möglichkeit einer Befahrung kann unter www.bwg.admin.ch/service/hydrolog/ unter `Landquart-Felsenbach´ abgefragt werden.

Bei einer Anfahrt von Westen, z.B. der Autobahn N 13, die Autobahn beim Ort Lanquart verlassen und die Straße Nr. 28 ca. 10 Kilometer flussaufwärts bis auf die Höhe des Ortes Schiers fahren. Hier am Anfang des Ortes die Abbiegespur rechts zum Fluss hinunter- und am Fluss weiter längsfahren. Nach 200 m mündet der kanalisierte Schraubach in die Landquart. Direkt an der Mündung befindet sich die übliche Ausstiegstelle (> N 46° 57' 55.5'', E 09° 41' 23.0'').

Auf der Weiterfahrt zur Einstiegstelle flussaufwärts sollte man sich unbedingt schon einmal eine Stelle ansehen. Hierbei handelt es sich um den ehemaligen `Schlitz´ beim Bahnhof Fideris. Dieser ehemalige `Schlitz´ liegt direkt hinter dem Bahnhofsgebäude (> N 46° 55' 20.0'', E 09° 44' 03.0''). In dem Zusammenhang kann man sich vielleicht auch noch die gefällstarke S-Kurve, 100 m flussaufwärts davon, kurz ansehen.

Der Einstieg erfolgt schließlich am südöstlichen Ortsrand von Küblis an einer kleinen Brücke (mit Holzbank; > N 46° 54' 45.0'', E 09° 46' 53.0'') die zum Ort Conters führt. Direkt oberhalb der Brücke wird zumeist ein Großteil des Wasser von einem entfernt sichtbaren Kraftwerk eingeleitet. Der Einstieg liegt am rechten Ufer direkt unterhalb der Brücke.

Schon am Einstieg deutet die Landquart ein wenig ihrer Wasserwucht an. Doch die schwereren Stellen folgen erst später. Typisch für die Landquart sind die langen wuchtigen Schwälle (s. Bild unten) und die wenigen, oft nur kleinen Kehrwässer. Das relativ ausgeglichene Gefälle dieses Abschnittes der Landquart beträgt durchschnittlich immerhin 15 ‰.

Gelegentlich erfordern uneinsehbare Kurven hohe Aufmerksamkeit. Nach jedem Hochwasser muß auch mit Bäumen gerechnet werden. So teilt sich an einer neuen Kiesbank der Fluss. Im rechten Arm lag im August 2006 eine nur schwierig zu umfahrene Baumwurzel. Der linke Arm ist frei. Hier bilden jedoch einige Stufen kräftige Walzen (Bild unten; am Zusammenfluss der beiden Arme).

Viele leicht überspülte Blöcke müssen überfahren werden. Dahinter lauern oft größere Löcher. Überall stehen mehr oder weniger kräftige Walzen (s. Bild unten).

Bei bis zu 30 cbm/sec ist, bis auf die einleitend genannten Stellen und vielleicht 2-3 Kurven, alles so grad noch vom Kajak aus überschaubar. Aufgrund der hohen Geschwindigkeit muß man nur rechtzeitig ein Kehrwasser erreichen. Durch die schnelle Strömung und der weitgehend gleichmäßig hohen Intensität der Aufmerksamkeit bleibt leider kaum Zeit längere Blicke auf die umgebene Gebirgslandschaft zu werfen.

Nachdem senkrechte Felswände am rechten Ufer schon ein wenig den Fluss begleiten, taucht nach einer Linkskurve wieder eine neue Kiesbänk-`Landschaft´ auf. Durch diese windet sich der Fluss und verschwindet schließlich unauffällig in einer Rechtskurve.

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In dieser Rechtskurve durchschneidet der Fluss in einer engen S-Kurve mit gutem Gefälle und zwei kräftigen Walzen eine Felsbarriere (s. Bild rechts, hier noch ohne Kiesbänke im Hintergrund). Schon so mancher hat hier in den Walzen unfreiwillig eine Kerze gebaut.

Nach nicht ganz hundert Meter schneller Strömung weiter folgt dann der frühere `Schlitz (s. Bild unten)´. Nach den Hochwässern der letzten Jahre hat sich dieser deutlich verändert. Nunmehr handelt es sich nicht mehr um einen sehr engen, steckgefährlichen steilen Abfall als vielmehr um einen durchaus fahrbaren Abfall mit kräftiger Walze und seitlicher Querströmung (bei 20-30 cbm WW IV+, bei 30-40 cbm WW V-).

Die Stelle kann über das linke Ufer etwas mühsam umtragen werden. Die Ausstiegstelle sollte aber bei schneller Strömung und den hier auch nur kleinen Kehrwässern nicht verpasst werden.

Weiterhin bietet der Fluss abwechslungsreiches Wildwasser (s. Bilder unten).

Später geht es noch durch eine kurze Schlucht. Danach öffnet sich der Flussraum (s. Bild oben).

Das einige wenige Kilometer weiter, unmittelbar hinter der Brücke der Straße 28, früher befindliche Wehr mit sehr gefährlichem Rücklauf existiert seit Sommer 2010 nicht mehr! Das Wehr wurde geschliffen und durch einen flache, halbwegs natürliche Schräge mit einem Schwall ersetzt (s. Bild unten).

Ganz zum Ende der Wildwassertour folgt noch einmal eine etwas schwerere Stelle. Kurz vor der Ausstiegstelle bei Schiers, unmittelbar vor dem Zufluss des Schraubaches, durchschneidet die Landquart eine niedrige Felsbarriere und bildet dabei einen verblockten Abfall mit starken Querströmungen (s. Bild unten).

Gegebenfalls kann diese Stelle über die Felsen am rechten Ufer umtragen werden. Direkt hiernach sollte dann nicht der Ausstieg an der Einmündung des Schraubaches verpasst werden! Einige hundert Meter weiter folgt das `Fuchsloch´, die schwerste Stelle der Landquart (je nach Wasserstand WW V-X). Für sehr gute Paddler aber auch eine der interessantesten Stellen der Landquart.

Der nächstgelegene Campinplatz befindet sich am Rand des Ortes Landquart.

Nachtrag: Nach einer Info von September 2012 soll hier demnächst ein Kraftwerk gebaut werden.

Hinweis: Alle Fotos (bis auf Nr. 4) und Infos basieren auf die letzte Befahrung am 16. August 2006. Der Fluss führte an diesem Tag am Pegel Felsenbach 26 cbm/sec. Bis auf das Wehr, das damals noch existierte, und der rechten Durchfahrt an der Kiesbank war an diesem Tag alles durchgehend befahrbar. Das Foto von dem Schwall beim ehemaligen Wehr wurde am 25. Juli 2010 aufgenommen.

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