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Herault

Südliches Zentralmassiv / Frankreich

Der Herault entspringt in den Cevennen am südlichen Rand des Zentralmassivs in der Nähe des 1567 m hohen Mont Aigoual, fließt in südliche Richtung und mündet nach 163 Kilometern südwestlich von Montpellier ins Mittelmeer.

Üblicherweise werden auf dem Herault drei sehr unterschiedlich schwere Abschnitte befahren, die untereinander von Stauseen unterbrochen werden. Die drei Abschnitte liegen etwa 30-50 Kilometer nordwestlich von Montpellier.

Der Wasserstand des Oberen Herault (ab Laroque) kann direkt von der Pegelstation von Ganges abgefragt werden. Danach dürften hier um die 25 cbm/sec nicht ganz Mittelwasser auf diesen Abschnitt bedeuten.

Der Wasserstand auf dem Mittleren Herault kann ebenfalls in Ganges abgefragt werden. Da Ganges etwa 25 Kilometer flussaufwärts der Einstiegstelle des Mittleren Heraults liegt, dürfte bis zum Einstieg noch etwas Wasser hinzukommen. Am Pegel dürften aber 17 cbm/sec bereits etwas mehr als Mittelwasser darstellen.

Der Pegel von dem dritten Abschnitt, der Teufelsschlucht, kann an der Pegelstation von `Gignac (aval)´ abgerufen werden. Nach www.eauxvives.org sollten hier hinsichtlich einer möglichen Befahrung der Teufelsschlucht zwischen 2 und 30 cbm/sec vorhanden sein.

Im Frühjahr bietet sich als günstig gelegener Campingplatz für alle drei Abschnitte der Camping `Les Val d´Herault´ an. Dieser liegt direkt am Fluss, ca. 4 Kilometer südlich von Brissac am Ende des ersten Abschnittes, und hatte im Jahr 2007 bereits ab dem 15. März geöffnet. Wenn im Frühsommer nur noch der Abschnitt mit der Teufelsschlucht befahrbar ist, wird man eher einen verkehrsgünstig gelegenen Campingplatz außerhalb der Berge ansteuern. Hier ist ein Platz am westlichen Ortsrand von Gignac zu nennen, der im Jahr 2007 spätestens ab 1. Juni geöffnet hatte.

Wer sich nach dem Paddeln noch etwas ansehen möchte, sollte der `Grotte de Clamouse´, am Ende der Teufelsschlucht, der `Grotte des Demoiselles´, südlich von Ganges´ und dem imposanten Talkessel `Cirque de Navacelles´ mit einem 15 m hohen Wasserfall einen Besuch abstatten. Sehenswert ist auch das bei der Teufelsschlucht gelegene Dorf `St-Guilhelm-le-Desert´.

Abschnitt:

Oberer Herault

Laroque - St. Etienne-d´Issensac

Länge u. Schwierigkeit:

3 km WW II-III- u. 11 km I-II(+)

DKV-km:

km 54 - km 68

Befahrbarkeit:

bis Ende Mai

Landschaftsbewertung:

2 (2+, 3)

Da der Zufluss Vis und nicht der Oberlauf des Herault oft das meiste Wasser im Herault beisteuert, findet sich ein fahrbarer Wasserstand zumeist erst ab dem Städtchen Ganges. Hier existieren jedoch noch zwei Wehre mit entsprechenden Rückstaus, so dass es am Besten ist, die Paddeltour erst im Örtchen Laroque direkt unterhalb eines Wehres zu beginnen.

Das Wehr in Laroque ist von der Straße D 986 nicht zu übersehen. Von einem Parkplatz (> N 43° 55' 18'', E 03° 43' 30'') führt eine Treppe zum Fuß des Wehres.

Auf den ersten 2-3 Kilometern fließt der Herault durch eine sehr schöne offene Schlucht. Die Schwierigkeiten liegen zumeist bei WW II, können aber an einigen ganz wenigen Stellen auch knapp WW III erreichen.

Leider endet die Schlucht viel zu früh. Danach geht es auf der Höhe des Ortes St. Bauzille-de-Putois durch eine eher belanglose Landschaft. Die Schwierigkeiten liegen von hier bis zum Ausstieg nun bei WW I-II. Lediglich zwei Stellen liegen je nach Wasserstand bei WW II+ oder knapp darüber.

Am Ende des Ortes St. Bauzille teilt sich der Fluss in zwei Arme (DKV-km 58). Hier ist in der Regel immer der rechte Arm zu nehmen.

Nachdem man den Einzugbereich des Ortes verlassen hat, wird die Landschaft wieder schöner. Der Herault fließt nun bis nach St. Etienne durch ein schönes, leicht hügeliges Tal mit einigen wenigen Felswänden in der Ferne.

Zum Ende folgt noch ein breites Wehr (DKV-km 66). Dieses kann ganz links an einem Wehrdurchbruch befahren werden. In der Mitte dieses Durchbruches befindet sich jedoch eine kräftige Walze (s. Bild unten), die besser rechts umfahren werden sollte.

Mit `langem Hals´ kann man die Situation so grad übersehen. Gegebenenfalls, rechtzeitiges Anlegen vorausgesetzt, kann man das Wehr aber auch auf 100 m umtragen.

Die Paddeltour kann 100 m vor der Brücke der D1 am rechten Ufer beendet werden. Von hier führt ein Weg zur Straße D 4 hoch. Oben befinden sich ausreichende Parkmöglichkeiten am Straßenrand (> N 43° 50' 41'', E 03° 42' 04''). Die vorgenannte Brücke liegt etwa 4,5 Kilometer südlich des Dorfes Brissac. Bald nach der Brücke folgt dann der lange Rückstaus eines erneuten Wehres.

Hinweis: Alle Fotos und Infos zu diesem Flussabschnitt basieren auf den 03. April 2010 und sind von Mathias Dieckmann. Der Flussabschnitt hatte an diesem Tag einen nicht ganz mittleren Wasserstand. Der Internetpegel in Ganges zeigte 25 cbm/sec an. Alles war durchgehend befahrbar.

Abschnitt:

Mittlerer Herault

Brücke D122 (Pont de Bertrand) - Wehr

Länge u. Schwierigkeit:

12,8 km WW 0-I-II (II+, 2x III-)

DKV-km:

km 77,2 - km 90,0

Befahrbarkeit:

evtl. ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2+(1)

Sehr schönes, einsames, teilweise auch bis 200 m tiefes, aber auch offenes Waldtal mit einzelnen Felswänden an den bewaldeten Hängen.

Der Mittlere Herault ist im Prinzip ein weitgehend einfach zu befahrener Flussabschnitt mit gelegentlichen Schwällen im 1er- und 2er-Bereich. An drei bis vier Stellen wird WW II aber überschritten. Falls der Abschnitt nicht grad sommerliche Niedrigwasser führt, ist dieser Abschnitt daher nichts für ungeübte Paddler. Bei mittleren Wasserstand bieten alle Schwälle schöne sportliche Passagen mit auffallend ausgeprägten Kehrwassern.

Die Einstiegstelle für diese schöne Schluchtstrecke befindet sich zwischen den Orten Saint-Martin-de-Londres und Causse-de-la-Selle nahe an der Straßenbrücke der D 122 über dem Herault. Am rechten Ufer führt hier ein Fahrweg eines Kanu-Verleihers zu einer flussaufwärts liegenden Park- und Einstiegsmöglichkeit (> N 43° 48' 18'', E 03° 39' 50'').

Ab hier fliesst der Herault nun zumeist gemächlich dahin. Einzelne Schwälle im Bereich WW I und II unterbrechen aber immer wieder die Fahrt.

Wenn von Weitem am linken Ufer am linken Ufer das Gebäude einer alten Mühle sichtbar wird, folgt nach einer Rechtskurve die erste etwas schwierigere Stelle (WW II+). Der Fluss verengt sich hier auf der rechten Seite recht deutlich und stürzt einen erst sehr spät überschaubaren Schwall hinunter (s. Bild unten).

Neben einigen leichteren Schwällen folgen im weiteren Verlauf zwei-drei weitere wuchtige und leicht verblockte Schwälle die bei mittleren Wasserständen knapp WW III erreichen (s. Bilder unten).

Auf den letzten 4 Kilometern wird es dann leider etwas mühsam, da hier bereits der Rückstau des später folgenden Wehres vom Ausstieg spürbar wird. Dafür folgt hier der landschaftlich schönste Teil des Flussabschnittes (s. Bild unten). Steil steigen hier die Berge hoch empor. Viele Felswände in den Hängen begleiten nun die Paddeltour.

Der Ausstieg befindet sich kurz vor der Wehrkrone des folgenden Wehres. Hier liegt am rechten Ufer eine Kanuverleihstation, über die die Kajaks zur den oberhalb liegenden Parkplätzen an der D4 getragen werden können. Diese Parkplätze liegen dort, wo die Straße D4 nach vielen Serpentinen vom Dorf Causse-de-la-Selle kommend auf den Fluss stößt (> N 43° 45' 01'', E 03° 35' 59''). Flussabwärts verläuft die Straße anschließend immer an dem Fluss entlang.

Alle Informationen und Fotos sind von Mathias Dieckmann und vom 30. Mai 2013. Der Flussabschnitt hatte an diesem Tag einen Wasserstand der etwas über mittel lag. Der Pegel in Ganges zeigte 17 cbm/sec, der Pegel in Gignac 11,4 m. Alles war durchgehend befahrbar.

Abschnitt:

Teufelsschlucht

Staudamm Cabrie - Pont du Diable

Länge u. Schwierigkeit:

5 km WW I / IV (V)

DKV-km:

km 93 - km 98

Befahrbarkeit:

ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1

Dieser Abschnitt endet 10 Kilometer nördlich von Gignac, nahe der Grotte de Clamouse, unterhalb der Straßenbrücke Pont du Diable (s. letztes Bild auf dieser Seite). Kurz darauf öffnet sich die Schlucht. Der Fluss verläßt die Berge des Zentralmassivs.

Zum Einstieg gelangt man, indem man die Talstraße D 4 fünf Kilometer flussaufwärts bis kurz vor einem Staudamm (s. Bild unten) fährt. Die Einstiegstelle befindet sich 100 m unterhalb des Wehres, an einem Bachzufluss. Vor und hinter dem Bach befinden sich an der Straße schmale Parkmöglichkeiten (> N 43° 44' 39'', E 03° 33' 47''). Die Kajaks sind hier durch das zumeist überwiegend trockene Flussbett unter der Straße hindurch 50 m zum Herault zu tragen.

Auf dem nun folgenden Abschnitt fließt der Herault durch eine wunderschöne wild zerklüftete Klamm. Bei sommerlichen Niedrigwasserständen wird man auf den ersten 2 Kilometern, bis zum Dorf St-Guilhelm-le-Desert, nur ganz geringe Strömung, teilweise auch nur Zahmwasser vorfinden. Bei mittleren Wasserständen im späten Frühjahr wird die Strömung jedoch deutlich zunehmen. Auch Pilze und Verschneidungen spielen dann eine Rolle.

Bis zum vorgenannten Dorf existieren keine nenneswerten Schwierigkeiten. Trotzdem sollte bereits oberhalb des Dorfes die Tour begonnen werden, da schon diese 2 Kilometer landschaftlich außerordentlich schön sind. Wegen den vielen Touristen in St-Guilhelm-le-Desert sind die Parkmöglichkeiten im Dorf sehr eingeschränkt.

Bald nach dem Dorf nehmen die Schwierigkeiten an zwei Stellen zu (s. Bild unten; WW III).

Kurz darauf folgt dann auch schon die erste schwere Stelle auf dem Herault (s. Bild unten). Ab hier ändert sich teilweise der Charakter des Flusses. Auf den nachfolgenden 3 Kilometern, der eigentlichen Schluchtstrecke, sind die Schwierigkeiten wohl weitgehend weiterhin gering, in gewissen Abständen folgen aber ca. 7-8 schwere, teilweise auch nicht überschaubare schwere Stellen, die dann eine vorherige Besichtigung erfordern.

Hinzukommt, dass es an einigen Stellen gefährliche Unterspülungen gibt. Notfalls können aber fast immer, wenn auch überwiegend sehr mühsam, die Stellen umtragen oder auch die Tour abgebrochen werden und die Kajaks am rechten Ufer zur höher liegenden Straße hinaufgetragen werden.

Bei der ersten schweren Stelle handelt es sich um einen breiten hufeisenförmigen, 2 m hohen Steilabfall (s. Bild oben), der am besten vom linken Ufer aus hinsichtlich der besten Fahrroute besichtigt werden sollte. Gegebenfalls kann hier der Abfall auch relativ einfach umtragen werden.

In gewissen Abständen folgen nun weitere schwere Stellen. Auf eine Beschreibung der einzelnen Stellen wird nachfolgend verzichtet. Die Stellen, insbesondere zum Ende, sind nicht vollständig fotografisch dokumentiert!

Auch hier wird noch einmal ein sehr schöner Schleierwasserfall durchfahren (s. Bild oben).

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Nachdem die Straßenbrücke Pont du Diable (s. Bild rechts) unterfahren und das Ende der Klamm und der Schlucht erreicht wurde, kann in der kurz danach folgenden großen Badebucht am rechten Ufer am Sandstrand die Tour beendet werden

Etwas oberhalb befinden sich in der Nähe eines Cafes einige Parkplätze. Ein schmaler, in einer Kurve auch steiler Fahrweg zweigt direkt an der Straßenbrücke am rechten Ufer von der Straße D 4 ab und führt nach 200 m zu den Parkplätzen (> N 43° 42' 24'', E 03° 33' 23'')

Hinweis: Alle Fotos und Infos zu diesem Flussabschnitt basieren auf den 08. Juni 2007. Der Flussabschnitt hatte an diesem Tag einen niedrigen Wasserstand. Alles wäre sehr wahrscheinlich durchgehend befahrbar gewesen, dennoch wurden einige Stellen umtragen. Die Bilder Nr. 5 u. 10 zu diesem Flussabschnitt sind von Theda Daemgen. Text und alle anderen Fotos von Mathias Dieckmann

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