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Tara

Nordwestl. Montenegro

Die Tara gehört zu den landschaftlich beeindruckensten Flüssen Europas!

Die bis zu 1300 Meter tiefe und 86 Kilometer lange Schlucht im Unterlauf ist nach dem Grand Canyon des Colorado in den USA die tiefste Schlucht der Welt! Auch wenn die wildwassertechnischen Schwierigkeiten auf diesem Abschnitt recht moderat sind, sollte jeder Paddler zumindest einmal im Leben die Tara wegen ihrer wunderschönen landschaftlichen Eindrücke befahren haben.

Die Tara entspringt in rund 2500 m hohen Bergen nahe der albanischen Grenze und fließt von hier in zumeist nordwestlicher Richtung bis zur Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Bis zur Kleinstadt Mojkovac verläuft die Tara zunächst durch Wald- und Wiesentälern. Nach Mojkovac mäandriert der Fluss vorübergehend durch breite Kiesbetten. Danach beginnt der landschaftlich schönste Teil der Tara. Der Fluss verläuft nun auf 86 Kilometern bis zum Zusammenfluss mit dem Fluss Piva durch ungewöhnlich schöne Schluchten. Am Zusammenfluss mit der Piva verläßt die Tara den Staat Montenegro. Der Fluss heißt nun Drina und führt auf 22 Kilometer bis zum Ort Brod weiterhin durch eine niedrige Schlucht.

Die Tara ist von Deutschland am schnellsten über eine inzwischen fast durchgehend bis Split ausgebaute mautpflichtige Autobahn zu erreichen. Danach wird die Fahrt etwas mühsamer. Sinnvoll ist es, nachfolgend die kürzere Verbindung über die gut ausgebauten Nationalstraßen in Bosnien und nicht die kurvenreiche Straße längs der Adriaküste zu nehmen. Von Köln über Passau, Graz, Zadar, Split bis zur Tara sind es beispielweise immerhin 1800 Kilometer.

Die große Schlucht der Tara und der nachfolgende Abschnitt der Drina werden auch von Raftunternehmen kommerziell befahren. Vor Ort befinden sich daher auch Stützpunkte von Raftunternehmen, deren Infrastruktur auch von Kajakfahrern in Anspruch genommen werden können.

Durch die V-förmige Ausbildung des Flussbettes ist die Tara in den Schluchten selbst bei hochsommerlichen Wasserständen befahrbar, dann wird die Ruhe jedoch durch die vielen Rafts deutlich beeinträchtigt.

Die 86 Kilometer lange Schlucht bis zur Piva ist Teil des Nationalparkes Durmitor.

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Die ersten im Prinzip auch sehr lohnenswerten 23 Kilometer (s. Bild rechts), mit der kurzen schweren Teufelsklamm, sind leider seit vielen Jahren hinsichtlich einer Befahrung gesperrt.

Aber .... aber vielleicht ändert sich dieses bald wieder. Im Juli 2009 wurde offiziell diskutiert, eine Befahrung in absehbarer Zeit doch evtl. zuzulassen.

Die nachfolgende 63 Kilometer lange Große Schlucht der Tara ist gebührenpflichtig (näheres hierzu und weitere wichtige Hinweise zur Tara siehe ganz unten).

Abschnitt:

Große Schlucht

Durdevica - Scepan Polje (Piva-Mündung)

Länge und Schwierigkeit:

63 km WW I-II-III

DKV-km:

km 91 - km 154

Befahrbarkeit:

ganzjährig

Landschaftsbewertung:

1

Die Einstiegstelle für die Große Schlucht befindet sich östlich des Wintersportortes Zabljak bzw. südlich der Stadt Pljevla. Hier quert nahe der Ansiedlung Durdevica eine imposante 150 m hohe Brücke (> N 43° 09' 01'', E 19° 17' 42'') die Tara (s. auch übernächstes Bild).

Östlich hiervon nähert sich die Straße im weiteren Verlauf flussaufwärts immer mehr dem Höheniveau des Flusses. Nach 3 Kilometern Straße wird die größte Nähe zum Fluss erreicht. Hier wurde ein Häuschen der Nationalparkverwaltung errichtet, bei dem die Gebühren für die Befahrung der großen Taraschlucht zu entrichten sind und üblicherweise auch die notwendigen Sachen für die Übernachtung in der Schlucht in die Kajaks verstaut werden (s. Bild unten: Oh je, wie bekommt man bloß die ganzen Sachen ins Kajak???).

Nach Fahrtbeginn schneidet sich der Fluss kontinuierlich immer weiter in das weiche Gestein hinein. Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten sind zunächst nur gering. Nach einiger Zeit fließt ein stürmischer, weiß schäumender Zufluss in die Tara hinzu. Auf der Höhe der nachfolgenden Tarabrücke (s. Bild unten) liegt die Tara dann bereits in einer tieferen Schlucht.

Direkt danach folgt eine der ersten schwierigen Passagen der Tara. Auf einen Kilometer bilden einige große Felsblöcke eine schöne Slalomstrecke. Zwischen den Blöcken befinden sich höhere Wellen und vereinzelnd auch kräftige Walzen, hinter den Blöcken ausgeprägte Kehrwasser, Verschneidungen und teilweise auch etwas schwer zu kalkulierende Pilze - bei mittleren Wasserständen herrliches Wuchtwasser (WW III u. II-III).

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Bild rechts: Blick von der Brücke flussabwärts, am Vortag der Befahrung, vor dem Regen, bei einem Wasserstand zwischen niedrig und mittel

Bild unten: Nach dem Regen, bei einem geringfügig mehr als mittleren Wasserstand

Bald darauf lassen die Schwierigkeiten wieder nach und der Landschaftsgenuss steht nun bis auf weiteres im Vordergrund.

In einer Linkskurve taucht am rechten Ufer eine erste `Kontrollstation´ auf, die aber anscheinend nicht immer besetzt ist.

Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten liegen nun bei mittleren Wasserständen bei bis zu WW I-II. Lediglich einige wenige, in größeren Abständen folgende Stellen können auch WW III erreichen, sind aber bei der Breite des Flusses auch mehr oder weniger gut zu umfahren. Erst zum Ende der großen Schlucht folgt noch ein etwas schwereres Teilstück, auf das aber weiter unten eingegangen wird.

Vom Einstieg bis zum Ausstieg bleibt die Strömungsgeschwindigkeit gleichmäßig und durchgehend(!) hoch. Bei mittleren Wasserständen reicht das Wasser fast bis an die bewachsenen Ufer. Kehrwasser finden sich dann kaum, eher gelegentlich aufquellende Pilze und kräftige Verschneidungslinien hinter Felsen am Flussufer. Schmale Kiesbänke und Uferstreifen mit Kies bilden sich erst bei niedrigen Wasserständen. Verblockung existiert nachfolgend fast kaum. Gelegentlich unterbricht mal ein Schwall mit höheren Wellen die Fahrt.

Wunderschöne Karstquellen, Wasserfälle oder Schleierwasserfälle tauchen in größeren Abständen immer wieder mal am Uferrand auf. Am Ufer ist ein wenig vor giftigen Schlangen aufzupassen.

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Bei niedrigen Wasserständen hat das dann glasklare Wasser eine intensive hellblaue, fast kitschige Farbe, bei ablaufendem Hochwasser eine graugrüne Farbe mit einer ganz leichten Trübung.

Besonders im Mai und teilweise noch im Juni leuchten die unterschiedlichen Laubbaumarten und die wenigen Nadelbäume in vielen verschiedenen Grüntönen.

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Später wird an einer Engstelle ein großer, mehrere Meter über dem Wasserspiegel quer liegender Baumstamm unterfahren, der zeigt, wie hoch das Wasser bei einem starken Hochwasser in der Taraschlucht schon einmal stehen kann (s. Bild rechts).

Nach einem weiteren wunderschönen Wasserfall wird eine steile Felsschlucht mit teilweise senkrechten Felswänden durchfahren (s. beide Bilder unten). Dieses ist für die Tara eher selten. Zumeist besteht die Schlucht aus einer tief eingeschnittenen V-förmigen Waldschlucht.

Ungefähr(!) 25 Kilometer nach Fahrtbeginn taucht dann am linken Ufer ein weißes Haus auf (s. Bild unten) - das erste mögliche Übernachtungscamp. Hier kann es sein, dass man vom Kontrolleur ans Ufer gewunken wird und die Berechtigung, das grüne Formular, vorzeigen muss, welches dann auch einbehalten wird.

Ungefähr 20 Kilometer nach dem weißen Haus, einer Hängebrücke, einem etwas wuchtigeren Schwall, dem schönsten Wasserfall auf der Tara (s. Bild oben) und einer zweiten Hängebrücke, wird dann das zweite mögliche Übernachtungscamp auf der rechten, der inzwischen bosnischen Seite erreicht. Auch dieses Camp ist nicht zu übersehen.

Schon bald nach diesem Camp wird dann das zweite schwerere Teilstück in der Großen Schlucht befahren. Dieses ist ungefähr ein Kilometer lang und umfasst mehrere, überraschend wuchtige Schwälle mit höheren Wellen (s. Bild unten; Anmerkung: Die wuchtigsten Schwälle konnten leider nicht fotografiert werden). Bei mittleren Wasserständen beträgt die Differenz zwischen Wellental und Wellenberg bei den höchsten Wellen bis zu 2,5 m. Giftige Walzen sind hier nicht zu finden.

Auch im weiteren Verlauf bis zum Ausstieg taucht noch einmal der eine oder andere wuchtige Schwall auf. Zumeist findet sich aber nur leichtes Wildwasser vor. Auch hier ist die Strömungsgeschwindigkeit weiterhin immer noch recht hoch.

Ungefähr 11 Kilometer nach dem zweiten, dem bosnischen Camp wird dann am linken Ufer noch ein kleines, sehr einfaches Camp erreicht.

2 Kilometer später oder auch 5 Kilometer vor der Ausstiegstelle wird dann das ehemalige `Flößertor´ erreicht. Hier ist an einer natürlichen Flusseinengung durch eine Felswand zur Rechten auf der linken Flusseite eine größere, künstlich geschaffene, mit Baumstämmen eingefasste Barriere zu sehen. An dieser Flusseinengung wurden früher die heruntergetrifteten Baumstämme aufgefangen.

Nach einem weiteren wuchtigen Schwall wird schließlich die Stahlbrücke, die Montenegro mit Bosnien verbindet, sichtbar (s. Bild unten). Nach dem Unterfahren der Brücke wird die Fahrt üblicherweise am linken Ufer an einer der drei dort vorhandenen Raftsstationen beendet.

Von hier müssen die Kajaks etwas mühsam den steilen Hang nach oben getragen werden.

200 m nach der Straßenbrücke fließt von links die Piva in die Tara hinzu. Danach besteht dann evtl. erst wieder eine Ausstiegsmöglichkeit 19 Kilometer weiter bei der Straßenbrücke von Brod.

Beidseitig der Stahlbrücke befinden sich die Grenzstationen des jeweiligen Staates. Beim Ausstieg ist dieses zu beachten, da an den Grenzübergängen für Paddler sehr wahrscheinlich keine Ausnahmen hinsichtlich der Vorlage des Personalausweises ggf. auch Reisepasses gemacht werden. Der Weg von der ersten Raftingstation führt zum Beispiel halbwegs bequem zur Straßenbrücke hoch, diese liegt aber genau zwischen den beiden Grenzstationen. Von den anderen beiden nachfolgenden Raftingsstationen führen dagegen steile Fußwege zu einem oben liegenden Parkplatz (> N 43° 20' 52'', E 18° 50' 28''), der über das kleine Dorf Scepan Polje angefahren werden kann. Das Dorf liegt auf der montenegrinischen Seite. Daher sollte die Fahrt besser an der zweiten oder ggf. noch dritten Raftingstation beendet werden.

Für die Fahrt durch die Großen Taraschlucht werden bei mittleren Wasserständen an reine Fahrtzeit, d.h. ohne Wasserfälle gucken und Pausen, aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit ca. 7 Stunden benötigt.

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 05. und 06. Mai 2007. Der Fluss hatte an diesen beiden Tagen, nach Regenfällen am Vortag, einen geringfügig mehr als mittleren Wasserstand. Alles war durchgehend fahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Bilder Nr. 3, 15 u. 18 von Reinhard Böling, Nr. 7 u. Nr. 10 von Alfred Engels (alles dieser Abschnitt)

Abschnitt:

Mittlere Tara

Sjerogoste - Mojkovac

Länge und Schwierigkeit:

7 km WW II/III(+)

DKV-km:

km 45 - km 52

Befahrbarkeit:

bis Juni

Landschaftsbewertung:

2-3+

Die mittlere Tara ist landschaflich nicht annähernd mit der großen Taraschlucht vergleichbar. Der Fluss verläuft zwischen den Kleinstädten Kolasin (DKV-km 30) und Mojkovac (DKV-km 54) durch ein mehr oder weniger enges Waldtal. Die gut ausgebaute und stärker befahrene Straße E 65 begleitet überwiegend, aber nicht weiter störend den Fluss. Leider zieren auch einige (wenige) Autowracks das Flussufer.

Laut DKV-Führer Südosteuropa sollen die wildwassertechnischen Schwierigkeiten ab Kolasin auf den ersten 19 Kilometern lediglich WW II betragen. Die nachfolgenden 5 Kilometer bis Mojkovac aber bei WW III liegen. Unsere Befahrung umfasste daher (auch nicht zuletzt wegen dem sehr schlechten Wetter an diesem Tag) nur die letzten Kilometer auf der Mittleren Tara. Evtl. lohnt aber auch schon ein Fahrtbeginn nahe Kolasin.

Unser Einstieg erfolgte nahe Sjerogoste. Hier befindet sich auf der bergzugewandten Seite der Straße E 65 ein ganz kleiner Steinbruch bzw. ein felsiger Hangabrutsch, auf der flusszugewandten Seite der Straße ein teilweise zugewachsener Feldweg. Nach 50 m des Weges mußten die Kajaks die letzten 20 m noch etwas mühsam durch das dichte Ufergehölz gezogen werden.

Typisch für diesen Flussabschnitt sind kurze leichte Strömungsabschnitte, die immer wieder von groben Geröllbankschwällen unterbrochen werden. Diese Schwälle sind teilweise leicht verblockt, gelegentlich aber auch mit etwas größeren Felsblöcken versehen. Gelegentlich finden sich auch kleine Stufen und niedrige Abfälle auf diesem Abschnitt. Alles bleibt aber übersichtlich. Die schwersten Stellen können fast immer etwas umfahren werden.

Die Fahrt wurde bereits ca. 2,5 Flusskilometer oberhalb des Ortszentrums von Mojkovac, dort wo sich sich das enge Waldtal zu der großen Ebene von Mojkovac aufweitet, beendet. Hier befindet sich auf der flusszugewandten Seite ein großer Parkplatz mit einer kioskartigen kleinen Gaststätte. Flussabwärts des Parkplatzes führt ein Feldweg (> N 42° 56' 22'', E 19° 34' 37'') zu einer großen Wiese nahe dem Fluss. Da das Wildwasser anscheinend noch kurz weitergeht, scheint auch die Erkundung einer Ausstiegsmöglichkeit am Rand des nachfolgenden Wohngebietes sinnvoll, z.B. indem man 300 m flussaufwärts der Tarastraßenbrücke von Mojkovac auf eine kleine Straße zum Fluss abbiegt (z.B. > N 42° 57' 15'', E 19° 34' 36'').

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 04. Mai 2007. Der Fluss hatte an diesem grauen regnerischen Tag einen Wasserstand, der deutlich über einen mittleren Wasserstand lag. Alles war durchgehend fahrbar. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Bild Nr. 1 zu diesem Abschnitt von Alfred Engels

Wichtige Hinweise zur Tara

Gebühren: Der 23 Kilometer lange Schluchtabschnitt oberhalb der oben beschrieben großen Taraschlucht ist (aus nicht nachvollziehbaren Gründen) leider hinsichtlich einer Befahrung verboten.

Ein Zugang zur Großen Taraschlucht ist offiziell und im Prinzip auch praktisch nur an den oben bezeichneten Ein- und Ausstiegstellen möglich. An der Einstiegstelle befindet sich eine Hütte der Nationalparkverwaltung. Von den dortigen Rangern, die leider so gut wie kein Wort Englisch können, werden die Daten aller Personalausweise auf ein doppelseitiges Formular eingetragen. Neben dem Formular erhält man auch Eintrittskarten. Die obere (grüne) Ausfertigung des Formulars ist später bei einer Kontrollstation am linken Ufer abzugeben. Der etwas schroffe Kontrolleur wird anscheinend von den Rangern über die Paddler informiert und empfängt die Paddler bereits bei der versuchten Vorbeifahrt.

Die Gebühren variieren je nach Jahreszeit und Aufenthaltsdauer in der Schlucht erheblich. Aufgrund der bei mittleren Wasserständen durchweg gleichmäßig hohen Strömungsgeschwindigkeit, wäre die 63 Kilometer lange Schlucht im Prinzip sogar an einem Tag zu durchfahren. In der Regel wird die Schlucht von Kajakfahrern in zwei Tagen durchpaddelt. Wem die erhöhten Kosten nicht so wichtig sind, kann die Schlucht auch in drei Tagen befahren. Anfang Mai 2007 bezahlten wir für zwei Tage je Paddler 60 €.

Übernachten: In der großen Taraschlucht existieren einige einfache Camps, in denen übernachtet werden kann bzw. muß. Das Wildcampen ist verboten, zumindest im ersten Drittel der Schlucht aufgrund der Steilufer auch kaum möglich. Das beabsichtigte Übernachtungscamp ist den Rangern anzugeben. Eine Reservierung in den Camps ist sinnvoll, in der Regel auch erforderlich, da einige Camps in der Vorsaison nicht geöffnet haben und in der Hauptsaison voll belegt sind. Hinsichtlich einer Reservierung ist Miro (s. unten) behilflich.

Das erste Camp zum möglichen Übernachten folgt ca. 25 Kilometer nach Fahrtbeginn am linken Ufer - `Radovan Luke´. Hier fällt einem ein weißes Haus auf, in dem sich auch der oben erwähnte Kontrolleur aufhält. Näheres zu dem Camp ist leider nicht bekannt. Aber auch hier haben in der Vergangenheit und auch einen Tag vor unserer Tour schon deutschsprachige Paddler übernachtet.

Nach weiteren ca. 20 Kilometern folgt am rechten Ufer das bosnische Camp `Enzian`. Hier kann in einen der ca. 20 Hütten, von kleinen, aber ausreichenden 2-Bett-Hütten (s. Bild unten) bis zu größeren 5-Bett-Holzhütten übernachtet werden.

Auch wenn die Hütten mit Bettzeug ausgestattet sind, empfiehlt es sich dennoch, einen eigenen Schlafsack im wasserdicht verpackten Packsack im Kajak mitzubringen. Leichte trockene Sachen für die Zeit nach dem Paddeln sollten natürlich auch im Kajak mitgenommen werden. Für die Übernachtung in einen der kleinen 2-Bett-Hütten haben wir für die Nacht 6 € je Person bezahlt. Die größeren 2-Bett-Hütten sollen 10 € je Person kosten. Getränke, wie Bier, Wein, Kaffee usw. werden im Camp zu günstigen Preisen verkauft. Essen gibt es in der Regel nicht in den Camps. Essen, Frühstück, evtl. Kocher, Topf usw. müssen daher auch im Kajak mitgebracht werden. Bei (größeren?) Gruppen besteht evtl. die Möglichkeit ein Abendessen vorzubestellen (bei Miro nachfragen). Das bosnische Camp hat eine große überdachte Feuerstelle mit Tischen und Bänken, sowie einfache Toiletten und Duschen.

Die Camps werden von geländefähigen Fahrzeugen hinsichtlich der Versorgung angefahren. In dem Zusammenhang besteht über Miro auch die Möglichkeit, die Anlieferung der persönlichen Sachen (Schlafsack, Zelt, Kocher, Essen- und Kochsachen usw.) zu einen der Camps einschließlich dem Abtransport am Folgetag zu organisieren. Zum Beispiel kostet der An- und Abtransport von Miro bis zum ersten oben genannten Camp 90 €, egal für wieviel Gepäck und für wieviel Personen.

Das Übernachten an der Einstiegstelle kann bei Miro erfolgen (auf ca. 750 Höhenmeter). Hier kann das Wohnmobil oder das Zelt (3 €/Person/Nacht) auf der Wiese hinter dem Haus von Miro abgestellt bzw. aufgebaut werden. Der Zustand des hier befindlichen Sanitärhäuschen ist leider sehr dürftig. Man kann auch eines der beiden 2-Bett-Zimmer im benachbarten Wohnhaus mieten (10 €/Person/Nacht). Auch im weiteren Umfeld der Großen Tarabrücke sollen einige private Zimmer zu mieten sein. Im Frühjahr 2007 befand sich ungefähr 20 Kilometer flussaufwärts der großen Tarabrücke ein neues Holzhüttencamp kurz vor der Eröffnung. Nach dem Abladen der Kajaks an der Rangerstation das Fahrzeug am besten wieder zu Miro zurückbringen. In der Regel fährt Miro den Fahrer auf freundliche Bitte hin wieder zur Rangerstation zurück.

An der Ausstiegstelle, zwischen der Straßenbrücke und dem 200 m weiter flussabwärts befindlichen Zusammenfluss mit der Piva befinden sich am linken Steilufer drei Raftstationen, die teilweise auch Holzhütten zum Übernachten anbieten (5 €/Person/Nacht). Das Zelten ist hier aufgrund kaum existierender Wiesenflächen bzw. ebenen Flächen recht schwierig, wird von den Raftunternehmen auch nicht so gerne gesehen. Das Aufstellen der Fahrzeuge zum Übernachten auf dem Parkplatz oben auf der Ebene und selbst die Nutzung der Duschen (zum Beispiel bei der Ankunft nach der Schluchtbefahrung) ist nach freundlicher Anfrage in der Regel kostenlos möglich. Hinweis: Der größte Teil der oben liegenden Ebene, einschließlich dem oben liegenden Sanitärhäuschen, gehört nicht zu dem unten liegenden Holzhüttencamp, sondern zu dem großen Raftinggebäude, das sich auf der oben liegenden Ebene befindet. Leider spricht auch hier von den Raftunternehmen so gut wie keiner ein Wort Englisch. In der Vorsaison und insbesondere in der Woche kann es sein, dass die Camps hinsichtlich Personal zeitweise oder auch den ganzen Tag unbesetzt sind.

Umsetzen: Das Umsetzen des Fahrzeuges von der Aus- zur Einstiegstelle kann über drei Straßenvarianten erfolgen.

In der Regel wird von der Pivamündung auf der Straße E 762 die Piva genau 65 Kilometer flussaufwärts gefahren. Hier an den Schildern `Savnik / Zabljak´ bzw. `Durmitor´ links abbiegen. Auch später tauchen diese Bezeichnungen zumeist immer wieder an Kreuzungen auf. Die nachfolgenden Straßen bis zur großen Tarabrücke sind in den Landkarten aber sehr unterschiedlich dargestellt. Nachfolgend einige Anhaltspunkte: Nach dem Abbiegen 13 Kilometer bis Mokro, danach 35 Kilometer über die Stadt Savnik (hier nach dem Ort noch einmal links abbiegen) bis Bukovica. Hier links abbiegen (links kleines Verkaufsbüdchen). Von hier bis Zabljak noch einmal 16 Kilometer. Danach bis zur Tarabrücke noch 23 Kilometer. Insgesamt umfasst diese Strecke 152 Kilometer und dauert ca. 3,5 Stunden.

Eine etwas schnelle Variante liegt weiter nördlich, ist aber nur für hochgelegene Fahrzeuge bei gutem Wetter geeignet: An der Brücke über dem Piva-Staudamm nach Osten abbiegen. Die Straße mündet südlich von Zabljak wieder auf die o.g. Route.

Die dritte Variante - hinsichtlich Dauer und Schwierigkeit vergleichbar mit der ersten Variante - erfolgt über Bosnien, d.h. über Foca, Gorazde und Pljevlja.

Als vierte Möglichkeit kommt auch der Shuttleservice von Miro in Betracht - natürlich gegen Bezahlung. Dann braucht man gar nicht erst zur Ausstiegstelle fahren und dort ein Fahrzeug stehen lassen, sondern kann direkt zu Miro nahe der Einstiegstelle fahren, dort sein Fahrzeug stehen lassen, wird dann am vereinbarten späten Nachmittag an der Ausstiegstelle von Miro abgeholt und mit allen Personen und Kajaks wieder zu seinem Fahrzeug an die Einstiegstelle zurückgebracht (kostete 80 € im Jahr 2006).

Miro: Miro, der sehr gut Englisch spricht, ist sehr hilfbereit und hilft bei allem Fragen und Problemen. Er hat an der großen Tarabrücke bei Durdevica auf der linken Flusseite, nur 50 m neben dem Brückenkopf, eine Kneipe und führt von hier sein Raftunternehmen Tara-Canyon Rafting. Im Internet ist er mit einer eigenen kleine Website vertreten - www.mirotara.com. In der Regel sind Reservierungen jeglicher Art in der Vorsaison nicht notwendig. In der Hauptsaison, aber auch unabhängig von den Saisonzeiten kann der Kontakt mit Miro per E-mail über office@mirotara.com erfolgen.

Sehenswürdigkeiten: Auf der Fahrt von der Ausstiegstelle zur Einstiegstelle der Großen Taraschlucht sollte im Wintersportort Zabljak noch dem schön gelegenen Schwarzen See (Crno Jezero) ein Besuch abgestattet werden (mitten im Zentrum, dort wo die Hauptstraße an einer Kreuzung rechtwinklig abknickt, abbiegen, kurz danach die Autos an einer Schranke abstellen, dann noch 1 Kilometer zu Fuß). Tipp: Unbedingt im dortigen Restaurant mit seiner großen Feuerstelle Essengehen! Empfehlenswert: Der gemischte Grillteller.

An der Oberen Tara, ca. 3 Kilometer südlich von Mojkovac, sollte auch der hoch- und wunderschön gelegene Bergsee Biogradska Jezero besucht und möglichst auch umwandert werden (Eintritt: 1 €).

Länder- u. Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes (siehe wegen der Anreise auch Kroatien und ggf. Bosnien). Wettervorhersage von Pljevlja, einer Stadt 20 Kilometer nordöstlich der Großen Taraschlucht.

Bild oben von Alfred Engels

Andere Flüsse der Umgebung

Piva: Die Piva fließt unterhalb eines riesigen Stausees auf den letzten 9 Kilometern bis zum Zusammenfluss mit der Tara durch äußerst eindrucksvolle Schluchten (s. Bild unten) mit sehr interessantem Wildwasser.

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Ein Besuch dieses Flussabschnittes ist auf jeden Fall wegen der landschaftlichen Eindrücke empfehlenswert. Von einer Befahrung wird jedoch abgeraten.

Bei der Piva wird zur Energiegewinnung unregelmäßig und sehr plötzlich das Flussbett unterhalb des Stausees geflutet, sodass eine Befahrung der letzten 9 Kilometer lebensgefährlich werden kann. Von den Raftunternehmen wird nachdrücklich vor einer Befahrung gewarnt! Der Fluss wird deshalb auch nicht geraftet.

Ein Kilometer unterhalb des Staudammes führt eine Straße zum Staudammfuss. Von den Beschäftigten des Staudammes wird ein Aufenthalt hier als auch auf dem Staudamm selbst nicht geduldet! Auf den ersten 4,5 Kilometern unterhalb des Staudammes kann die Wassermenge zwischen 1 und angeblich 60 cbm/sec variieren. Hiernach bzw. 4,5 Kilometer oberhalb der Mündung in die Tara bringt eine starke Quelle von links kontinuierlich sehr viel Zuschusswasser (angeblich 20 cbm/sec). Genau auf der Höhe dieser Quelle führt ein nicht fahrbarer und unendlich langer Waldweg in die Nähe der später schon von weitem hörbaren Quelle. Das letzte Stück bis zur Quelle muß man sich mühevoll durch das dornige Unterholz schlagen. Aufgrund dieser Schwierigkeiten erscheint ein Besuch der Quelle fraglich.

Drina: Die Drina, ab dem Zusammenfluss von Tara und Piva (s. Bild unten; knapp unterhalb des Zusammenflusses) bis zum Ort Brod, verläuft auf diesem Abschnitt zum großen Teil durch eine niedrige schöne Schlucht.

Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten sind auf diesem 19 Kilometer langen Abschnitt relativ gering und sollen bei WW I u. II(+) liegen. Der Abschnitt wird auch von den Raftunternehmen befahren und ist auch für Kajakfahrer interessant. Die Wassermenge kann durch die Wasserabgabe des Piva-Staudammes deutlich variieren. Obwohl die Drina auf bosnischem Staatsgebiet verläuft, stellen Minen hier anscheinend keine Gefahr dar (siehe Karte mit Übersicht zur Minensituation: www.mine.ba/index.aspx?PID=5). Übrigens: Montenegro ist vom jugoslawischen Bürgerkrieg verschont geblieben. Minen wurden in Montenegro nicht verlegt.

Sutjeska: Ein klein wenig anders sieht es am Fluss Sudjeska aus.

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Dieser im Bereich seiner Wildwasserabschnitte landschaflich sehr schöner Fluss (s. Bild rechts; der Oberlauf) mündet 6 Kilometer unterhalb des Zusammenflusses von Tara und Piva in die Drina.

Die Sudjeska verspricht sehr schönes, im wesentlichen mäßig-schwer verblocktes Wildwasser, überwiegend in einer einsamen Schlucht. Die Schwierigkeiten liegen bei WW III/III+ (IV). Gemäß der o.g. Minenkarte sind hier in der Umgebung der Dörfer einige Minen vorhanden, auch wenn der Fluss wohl selber davon nicht betroffen ist. Der untere Wildwasserabschnitt (ab DKV-km 28) wurde vor einigen Jahren bereits wieder von Chistoph Scheuermann befahren.

Moraca und Lim: Siehe Bericht zur Moraca.

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