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Drome

Dauphiné-Voralpen / Frankreich

Im Frühjahr verspricht die Drome auf über 40 Kilometern leichtes Wildwasser, eine natürlich belassene Flusslandschaft und oft schon angenehme mediterrane Temperaturen.

Von Deutschland wird dieser südöstliche Rhonezufluss am Schnellsten über die Rhone-Autobahn erreicht. Von der Großstadt Valence noch ca. 30 Kilometer über die D 111 nach Südosten bis Crest fahren und von hier aus auf der D 93 der Drome flussaufwärts, nach Osten, folgen. Der Fluss, der dieser Region auch seinen Namen gab, durchfließt auf seinem insgesamt 110 km langen Weg bis zur Mündung in die Rhone eine abwechslungsreiche und reizvolle Landschaft in einem weitgehend breiten Tal.

Nordöstlich der Drome erhebt sich das bis zu 2340 m hohe Vercors-Gebirge mit seinen Hochplateaus, Schluchten, Pässen und grünen Tälern. Südlich der Drome beginnt das Drome provencale, eine hügelige, ca. 1200 m hohe Mittelgebirgslandschaft mit Olivenhainen, Weinbergen, Obstplantagen und Lavendelfeldern.

Die Drome entspringt mit mehreren Quellbächen in ca. 1600 m Höhe und erreicht später die `Claps de Luc´, eine riesige sehenswerte Bergsturzzone (DKV-km 26). Einige Kilometer weiter befindet sich bei guten, aber selten vorzufindenen Wasserständen die erste geeignete Einstiegstelle (km 29). Mit dem später folgenden Zufluss von rechts, der Bez (km 38), erhöht sich deutlich die Wassermenge und die Strömung. Vier Kilometer weiter befindet sich an einer Straßenbrücke eine weitere Einstiegsmöglichkeit bei nun schon besseren Wasserständen (km 42) - die übliche Einstiegstelle für die Standartstrecke. Von hier bis zum Ort Pontaix (km 58) folgt der interessanteste Abschnitt der Drome (s. Bild unten).

Ab Sallians (km 69) lassen das Gefälle und die Strömung nach, das Tal öffnet sich endgültig, die Berge treten langsam in den Hintergrund. Spätestens bei der Kleinstadt Crest (km 85) werden in der Regel die Paddeltouren beendet. Nach weiteren 25 Kilometern fließt die Drome schließlich in die Rhone.

Da sich auf dem Fluss bis auf gelegentliche Baum- oder Strauchhindernisse keine besonderen Gefahrenquellen befinden und bis kurz vor Crest auch keine künstliche Bauten oder Veränderungen am oder im Fluss vorgenommen wurden, ist die Drome auch sehr gut für Anfängerschulungen geeignet und evtl. auch einmal eine Alternative zur üblichen Ardeche im Frühjahr - vorausgesetzt, dass die Wasserstände ausreichend sind.

Da am Oberlauf der Drome das meiste Wasser von der Bez hinzukommt und das Flussbett der Bez bis auf die letzten Kilometer wesentlich schmaler als das der Drome ist, kann im Frühjahr neben der Drome zumeist auch immer die Bez, ab dem Zufluss der Archiane, befahren werden. Sollten auf Drome und Bez die Wasserstände sogar sehr gut sein oder es in der Nacht mal ausgiebiger geregnet haben, müsste im Unterlauf der Drome auch noch der hier gelegene linke Zufluss, die Roanne, fahrbar sein.

Der Pegel der Drome kann unter www.rdbrmc.com/hydroreel2/listestation.php abgerufen werden. An der Pegelstation von Sallians (DKV-km 68,6) sollten mindestens 16 cbm/sec vorhanden sein, dann hat die Drome einen für eine Befahrung gerade ausreichenden Mindestwasserstand. Lohnenswerter ist es jedoch, die Drome bei zumindest niedrigen Wasserständen, d.h. um ca. 21 cbm/sec, oder bei einem schönen mittleren Wasserstand, d.h. um ca. 26-30 cbm/sec, aufzusuchen. Die aktuellen Schneehöhen vom Vercors-Gebirge können zumindest bis Ende April unter www.meteofrance.com/FR/montagne/selMontagne.jsp?LIEUID=ALPES-SUD > Vercors angesehen werden.

Im Frühjahr haben an der Drome bzw. der Bez vier Campingplätze geöffnet. `La Pinede´ (***; > N 44° 45' 26'', E 05° 21' 13'') und `Le Glandasse´ (**) liegen zentral an der Drome in der Nähe des Ortes Die. Ein preiswerter Platz `Les Acacias´ (*) befindet sich bei Vercheny nahe der Roanne-Mündung. Wer nicht nur die Drome sondern auch die etwas schwerere Bez befahren möchte, wird evtl. den Campingplatz von Menglon `L´Hirondelle´ (***) am Unterlauf der Bez bevorzugen. Alle Plätze liegen direkt am Fluss und öffnen alle im April, aber immer unterschiedlich in diesem Monat. Am Besten vorher im Internet überprüfen und evtl. sicherheitshalber anmailen.

Wer sich nach dem Paddeln noch etwas ansehen möchte, sollte dem kleinen Städtchen Die einen Besuch abstatten (siehe Infos). Hier kann man sich u.a. im Nordosten der Stadt noch die Reste der ehemaligen Stadtmauer und im netten Zentrum das Rathaus und die Kathedrale ansehen. Auch das schön liegende Winzerdorf Pontaix und der große Erdrutsch Le Claps sind nach dem Paddeln noch einen Blick wert.

Wer einen ganzen Tag Zeit hat, sollte sich unbedingt die Höhlen, die Schluchten und die hoch in den Felsen gehauenen Straßengalerien des westlichen Vercors weiter nördlich von Die auf einer Rundreise ansehen (siehe www.parc-du-vercors.fr).

Abschnitt:

Pont de Quart - Pontaix

Länge und Schwierigkeit:

16 km WW I u. II(+)

DKV-km:

km 42 - km 58

Befahrbarkeit:

bis Mai, evtl. Juni

Landschaftsbewertung:

2

Bei dem hier beschriebenen 16 Kilometer langen Abschnitt handelt es sich um den landschaftlich und wildwassertechnisch interessantesten Teil der Drome. Wer sich nur einen Tag im Tal der Drome aufhält, sollte zumindest diesen Abschnitt befahren.

Einen ausreichenden Wasserstand findet man oft erst unterhalb des Bez-Zuflusses vor. Der nächstmögliche Einstieg unterhalb des Zuflusses liegt vier Kilometer flussabwärts, an der Straßenbrücke der D 93 bei der Ansiedlung Pont-de-Quart. An der Brücke zweigt am linken Ufer ein kleiner Feldweg ab (> N 44° 42' 29'', E 05° 24' 01''). Die Einstiegstelle liegt direkt unterhalb der Brücke an einer Kiesbank. Bei guten Wasserständen kann natürlich auch schon vor dem Bez-Zufluss, z.B. auf der Bez selber (siehe hierzu Infos zur Bez) oder auf der Oberen Drome (siehe hierzu DKV-Führer), die Paddeltour begonnen werden.

Von der Brücke Pont de Quart bis Pontaix geht es nun bei einigermaßen schneller Strömung durch ein weitgehend breites bis sehr breites Tal.

Einige Kurvenschwälle später vermehrt Kiesbankschwälle sorgen für etwas Abwechslung. Im ganzen Verlauf bilden immer wieder schräg verlaufende Felsrippen kleine Walzen oder zumindest Wellen. Bis zum Ort Die ist das Flussbett zunächst insgesamt noch etwas schmaler und kurvenreicher als unterhalb dieses Ortes.

6 Kilometer nach Fahrtbeginn wird am rechten Ufer der langgezogene und etwas abseits vom Fluss gelegene Ort Die erreicht. Hier befinden sich auf mehreren hundert Metern mit einigen Schwällen und teilweise leichter Verblockung die größte Häufung von sportlich interessantesten Stellen der Drome (WW II+). Dabei bildet eine schöne Surfwelle unter der steinerne Straßenbrücke auf der Höhe der historischen Ortsmitte von Die die schönste Spielstelle auf dem hier beschriebenen Abschnitt der Drome (s. Bild unten).

Etwas nach Die öffnet sich das Flussbett mit breiten Kiesbänken (s. Bild unten). Aber auch hier bleibt die Strömung gut.

6 Kilometer hinter Die verengt sich das Tal zu einer kleinen schönen Schlucht. Aus Sicht des Paddlers befindet sich hier auf - leider nur - rund 200 Meter das landschaftlich schönste Stück der Drome. Aber auch aus wildwassertechnischer Sicht ist dieses kurze Stück interessant. Im engen Flussbett liegen mittelgroße Felsblöcke verstreut. An den Felsen bilden sich je nach Wasserstand unterschiedlich starke Presswasser, stärker ziehende Kehrwasser und Verschneidungen (WW II+). Bei der Anfahrt erscheint die Gesamtsituation zunächst etwas unübersichtlich. Schnell stellt man jedoch fest, dass die Felsblöcke gut Umfahren werden können. Bei ein wenig Aufmerksamkeit kann dieses Stück schon bei der Anfahrt mit dem Auto von der Straße aus entdeckt werden. Kurz nach dieser Passage folgt die kleine Brücke von St. Croix.

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Danach entfernt sich der Fluss von der Straße und strömt einer auffälligen, schon von Weitem sichtbaren großen Steilwand entgegen (s. Bild rechts).

Bald darauf wird dann auch schon das Dorf Pontaix erreicht. Hier verengt sich vorübergehend das Tal wieder. Die den Fluss begleitende und hier erhöht liegende Straße kann in Pontaix, wie auch an anderen Abschnitten des Flusses, nur an wenigen Stellen erreicht werden. Eine mögliche Ausstiegstelle für die hier beschriebene Tour bis Pontaix befindet sich direkt mitten im Dorf am linken Ufer unmittelbar nach der Brücke (> N 44° 44' 57'', E 05° 15' 49''). Von hier können die Kajaks hoch zur Brücke und zu einem kleinen Parkplatz auf der anderen Flussseite getragen werden. Eine bessere, nicht so öffentlich einsehbare Umkleidestelle in der Nähe von Pontaix sollte erkundet werden.

Natürlich lässt sich die Paddeltour hier auch fortsetzen. Ab hier fließt die Drome zunächst wieder durch ein breites Kiesbett. 6 Kilometer später, zwischen den Dörfern Vercheny und Sallians, verengt sich das Tal vorübergehend wieder. Wer Lust auf eine längere Paddeltour hat (dann 27 Kilometer), sollte die Tour bis Saillans fortsetzen.

Hinweis: Alle Fotos und Infos basieren auf den 15. April 2006. Der Fluss hatte an diesem Tag einen niedrigen Wasserstand - laut Internetpegel ca. 22 cbm/sec in Sallians. Alles war durchgehend befahrbar. Alle Schwierigkeitsangaben immer bezogen auf mittlere Wasserstände.

Bild Nr. 1 von Alfred Engels

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