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Trisanna

Tirol / Österreich

Abschnitt:

Ischgl - vor See

Länge und Schwierigkeit:

17 km WW II-III+(IV+)

DKV-km neu:

km 8,5 - km 25,5

Befahrbarkeit:

fast ganzjährig

Landschaftsbewertung:

2-3

Achtung! Im August 2005 hat ein extremes Hochwasser das Tal der Trisanna stark verändert! Im April 2006 wurden im Flussbett immer noch umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt. Vor einer evtl. Befahrung unbedingt aktuelle Informationen einholen, zum Beispiel unter: www.alpinesicherheit.com/outdoor !

Nachfolgend die alte, nur noch bis August 2005 gültige Beschreibung:

Interessanter Wildfluss im äußersten Westen Tirols mit einem mittelschweren und einem kurzen schweren Abschnitt

Die Trisanna liegt im touristisch geprägten Paznautal im äußersten Westen von Tirol, westlich der Stadt Landeck. Sie entspringt mit mehreren Quellflüssen in dem bis zu 3400 m hohen Hochgebirgszug der Silvrettagruppe. In ihrem Verlauf bietet sie überwiegend mittelschweres, zum Ende auch schweres Wildwasser. Nach 31 Kilometern vereinigt sich die Trisanna mit der Rosanna und führt danach den Namen Sanna. Nach weiteren 8 Kilometern mündet die Sanna schließlich bei Landeck in den Inn.

In der Regel wird die Rosanna im Rahmen eines Aufenthaltes in Landeck befahren. Dann stehen bei Wildwasserpaddlern zumeist auch die beliebte Sanna sowie die Rosanna auf dem Programm.

Die Trisanna hat weitgehend regulierte Ufer, ist aber aufgrund des durchweg guten Gefälles und den sich dabei bildenden Schwällen ein durchaus lohnenswerter Wildfluss. Zumeist wird die Trisanna in Verbindung mit einem Aufenthalt in Landeck befahren. Von hier aus lassen sich die Flüsse Sanna, Rosanna und Trisanna schnell erreichen.

Bei bis zu mittleren Wasserständen wird am Besten kurz unterhalb des Ortes Ischgl an einer geeigneten Stelle neben der Straße, der B 188 (s. Bild oben), oder an einer der hier befindlichen wenigen kleinen Brücken (z.B. > N 47° 01' 13.6'', E 10° 18' 16.0'') eingebootet. Bei etwas höheren Wasserständen kann bereits an einer Holzbrücke direkt unterhalb von Mathon, 4 Kilometer oberhalb von Ischgl, die Tour begonnen werden.

Achtung: Laut DKV-Führer soll unter der Brücke von Ischgl ein Netz quer über den Fluss gespannt sein, das für Paddler ein große Gefahr darstellt! Ob dieses heute noch vorhanden ist, kann nicht bestätigt oder dementiert werden, da der Verfasser dieser Beschreibung die Tour erst unterhalb von Ischgl begann.

Bis einige Kilometer hinter Ischgl geht es zunächst durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Zur Zeit wird das Landschaftsbild hier ein wenig durch eine große Tunnelbaustelle beeinträchtigt. Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten liegen zunächst bei WW II-III.

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Dann beginnt einer der interessantesten Abschnitte der hier beschriebenen Trisanna - die Waldschlucht. Hier verläuft die Trisanna herrlich verblockt in einem natürlichen Flussbett (s. Bild rechts).

Einige in Abständen folgende stärker verblockte Gefällstufen (s. beide Bilder unten) können WW III+ erreichen. Manche Stellen sind bei der Anfahrt zunächst nicht ganz übersichtlich (s. übernächstes Bild), können aber dann vom Kehrwasser gut beurteilt werden.

Nach einiger Zeit lassen die Schwierigkeiten etwas nach. Auf einer Länge von ca. 5 Kilometern betragen diese dann nur noch WW II-III, wobei die III´er-Stellen nur vereinzelnd auftauchen. Aber auch hier bildet das gleichmäßige Gefälle mit der leichter Verblockung durchgehend schöne, wenn auch leichte Schwälle (s. Bild unten).

Schon auf der Anfahrt mit dem PKW zur Einstiegstelle sollte man sich bei Labebne auf jeden Fall die nun folgenden Vogelsägstufen angesehen haben. Hierbei handelt es sich um ein 200 m langes stark verblocktes und steiles Gefällstück (WW IV+).

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Gerade der erste Teil weist ein starkes Gefälle auf (s. Bild rechts). Bei höheren Wasserständen bilden sich hinter den einzelnen Stufen kräftige Walzen und Löcher.

Bei hohen Wasserständen können diese Stufen gefährlich und evtl. sogar unfahrbar werden. In der Regel kann man dieses Stück am Besten in der Hauptströmung mit leichten slalomartigen Einlagen bewältigen.

Der zweite Teil der Vogelsägstufen ist dann nicht mehr ganz so gefällstark (s. Bild oben). Die Seestufen enden nach einer Linkskurve bei einer kleinen Holzbrücke.

Ggf. kann dieses Stück auch über die am linken Ufer verlaufende, stark befahrene Straße umtragen werden. Die Ausstiegstelle sollte schon bei der Anfahrt mit dem PKW festgelegt werden, da ein Ausstieg direkt vor den Stufen aufgrund teilweise steiler Ufermauern so gut wie nicht mehr möglich ist.

Nach den Vogelsägstufen folgt auf 5 Kilometern wieder abwechslungsreiches Wildwasser WW II-III. Auch hier treten die III´er-Stellen nur in größeren Abständen auf.

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Typischer Teil der leichteren Abschnitte der Trisanna (s. Bild rechts): Gleichmäßig gutes Gefälle mit kleinen Stufen und überwiegend leichter Verblockung, alles recht überschaubar, regulierte Ufer. WW II und gelegentlich eine III´er-Stelle (zwei Paddler im Bildhintergrund).

Wenige III´er-Stellen sorgen für etwas Abwechslung (s. Bild oben).

Wer die gegenüber den Vogelsägstufen etwas schwierigeren Seestufen (WW IV-V) im Ort See nicht mehr fahren will, sollte spätestens am Ortsanfang von See die Tour beenden. Direkt am Ortsschild befindet sich ein größerer Parkplatz (> N 47° 04' 41.0'', E 10° 27' 19.0''), der anscheinend wohl privat ist, deren Nutzung aber - bei einem entsprechend vernünftigen Verhalten (nicht nackig Rumlaufen) und Parken - wohl vom Eigentümer geduldet wird.

50 Meter vor dem Ortsschild nähert sich der Fluss der Straße. Hier kann am rechten Ufer die Wildwassertour beendet werden oder, wer nur die Seestufen befahren will, begonnen werden.

Hiernach folgen innerhalb eines rund 2 Kilometern langen Abschnittes die 300 m langen Seestufen, die gegenüber den Vogelsägstufen insgesamt ein deutlich höheres Gefälle, höhere Stufen und eine stärkere Verblockung aufweisen (s. Bild unten). An Anlanden sollte in den Seestufen vermieden werden, da sich an beiden Ufern immer noch Eisen befinden (s. äußersten linken Bildrand).

Die beste Gelegenheit, sich einen Eindruck von diesem Gefälleabschnitt zu machen, bietet sich von den im Ort See zwischen der Straße und dem Fluss befindlichen, auffälligen Holzstößen. Hier kann an zwei Stellen die Böschung hinuntergeklettert werden und sich ein gute Übersicht über die Seestufen und dessen Herausforderungen verschaffen werden.

Die Seestufen enden an der Betonbrücke im Ort. Hier sollte die Befahrung beendet werden, da ab der Höhe des Sportplatzes von See der Fluss bis zur Mündung für eine Befahrung gesperrt ist.

Der aktuelle Wasserstand und damit die Möglichkeit einer Befahrung der Trisanna kann leider über das Internet nicht abgefragt werden. Vor Ort kann aber der Sanna-Pegel an der Straßenbrücke in Landeck (beim Campingplatz `Sport-Camp Tirol´) für eine Beurteilung der Trisanna herangezogen werden. Danach bedeuten 155 cm = Niedrigwasser, 170 cm = Mittelwasser, 190 cm Hochwasser auf der Trisanna.

Als nächstgelegener Standort für eine Befahrung der Trisanna bietet sich der direkt an der Ausstiegstelle der Sanna gelegene vorgenannte Campingplatz `Sport-Camp Tirol´ an.

Von Sabine Sieger wurde kajaktour.de im August 2009 folgende aktuelle Informationen zu den Flüssen Trisanna und Rosanna zugesendet:

„Leider sind beide Flüsse nicht mehr fahrbar. Zum einen ist die Trisanna so gut wie begradigt (selbst die Waldschlucht) und Eisenträger schauen am Rand deutlich heraus. Auch wenn jemand die Seestufen auf der Trisanna fährt und glücklich um die Eisenträger und Steine herumkommt, kommt er nicht rechtzeitig vor dem unfahrbaren Wehr hinter dem Ort See heraus weil durch die Begradigung und den hohen Mauern an der Seite ein rechtzeitiges Anlanden unmöglich ist.
Auf der Rosanna sind auch Eisenträger vorhanden die sich am Rand und in der FLUSSMITTE befinden. Sie schauen netterweise so raus das sie gegen die Flussrichtung zeigen. Ein Local in Strengen von der Rettung hat mir erzählt das sie sogar in der Wolfsschlucht solche Eisenträger haben und sie auch schon mehrere Tote dort geborgen haben. Es befindet sich deshalb auch an der Brücke in Strengen ein Durchfahrts-Verboten Schild (welches nicht immer gesehen wird wenn man auf der Brücke steht).
Es gibt derzeit keine Bestrebungen die Eisenträger zu entfernen (weil man sie auch nicht immer findet ….). Schade, schade…“

Bilder 1, 9, 12 v. Werner Chwalisz

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