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Savinja

Östl. Karawanken / Slowenien

Der südöstlichste Wildfluss der Alpen. Etwas abseits gelegen und doch lohnenswert.

Wer in Slowenien außer Soca & Koritnica noch weitere interessante Flüsse zum Wildwasserpaddeln sucht, wird neben der Region um Bled, mit der Sava Bohinjka und der Sava Dolinka, auch noch weiter östlich fündig. Genau zwischen den Städten Klagenfurt, Ljubljana und Celje, am südöstlichsten Ende der Alpen, befindet sich die bis in den Juni hinein, evtl. sogar noch im Juli befahrbare Savinja.

Würde die Savinja nicht so abgelegen liegen, würde sie sicherlich von wesentlich mehr Paddlern besucht werden, denn sie bietet auf einem längeren Abschnitt durchweg interessantes, mäßig-schweres Wildwasser in einem landschaftlich sehr schönem Tal.

Die Savinja entspringt in der Nähe zu Österreich in bis zu 2558 m hohen Bergen und verläuft dann auf den ersten 30 Kilometern, bis zu dem kleinen Ort Ljubno, durch schmale, im Oberlauf teilweise sogar enge Waldtäler. Ab dem Dorf Luce wird der Fluss geologisch durch vulkanischen, grauschwarzen Tuff geprägt. Nach Ljubno öffnet sich das schmale Tal und die Savinja fließt zunächst noch als leichter Wildfluss, etwas später als Wanderfluss durch eine hügelige Landschaft. 78 Kilometern hinter Ljubno mündet die Savinja schließlich in die breite Sava.

Von Österreich kann die Savinja am Besten über Klagenfurt - Völkermarkt - Straße 82 - Paultischsattel (östlich Bad Vellach) - Straße 428 - Luce erreicht werden. Der Grenzübergang Paulitschsattel hat nur in der Zeit vom 1. April bis 2. November, von 7-22 Uhr geöffnet (Stand. Okt. 2007; s. auch oeamtc.at). In vielen älteren Karten ist die inzwischen gut ausgebaute, aber kurvenreiche Straße über den Paulitschsattel noch nicht oder nur als kleiner Weg eingezeichnet. Von der Region um Bled ist die Savinja am Besten über Kranj - Kamnik - Stahovica - Straße 225 - Radmirje zu erreichen. Die Fahrzeit beträgt für die ca. 85 Kilometer lange Strecke ca. 80 Minuten. Von Bled kommend sollte man die Autobahn bei der Abfahrt Kranj-Vzhod oder spätestens Brnik verlassen, da kurz danach Maut kassiert wird.

Bei sehr guten Wasserständen ist es auch möglich, den hier nicht beschriebenen Oberlauf der Savinja sowie den Zufluss, die Lucnica, zu befahren. Der vorgenannte Oberlauf der Savinja liegt zwischen Solcava und Luce. Die Schwierigkeiten dieses 8 Kilometer langen, interessanten Abschnittes sollen laut dem DKV-Führer bei WW III, IV und II liegen. Da eine Befahrung dieses Abschnittes in der Regel nur im Frühjahr möglich ist, beschränkt sich Befahrung der Savinja zumeist nur auf den Mittellauf unterhalb von Luce.

Ob die Savinja zur Zeit befahrbar ist, kann über das Internet, z.B. unter `Flussinfo - Onlinepegel´ bei www.kajak.at, abgefragt werden.

Als möglicher Standort für Übernachtungen kommt der `Campingplatz Menina´ (> N 46° 18' 43'', E 14° 54' 31'') am Südrand des Dorfes Varpolje (zwischen den Ortschaften Radmirje und Morzirje) in Frage. Dieser Platz hat evtl. schon bereits Anfang April geöffnet. Ein weiterer, wesentlich kleinerer Platz, `Campingplatz Smica´, befindet sich nordwestlich von Luce.

Die Anfahrt von der jeweiligen Ausstiegstelle bis zur ausgewählten Einstiegstelle ist schnell über die parallel und immer in der Nähe zum Fluss verlaufende Talstraße (Straße 428) möglich.

Abschnitt:

Luce - Struge

Länge und Schwierigkeit:

3 km III-IV (V-)

DKV-km:

km 20 - km 23

Befahrbarkeit:

bis Juni

Landschaftsbewertung:

2

Im Dorf Luce fließt von rechts die Lucnica hinzu, sodass die Savinja ab hier in der Regel bis in den Juni hinein befahren werden kann. Eine Einstiegsmöglichkeit findet man am linken Flussufer an einer großen, teilweise geschotterten Fläche (> N 46° 21' 19'', E 14° 44' 54'') direkt unterhalb des Dorfes.

Zunächst strömt die Savinja noch auf rund einem Kilometer mit leichten Wildwasser (WW I-II) dahin.

Nachdem das Tal enger und eine kleine Straßenbrücke unterfahrten wird, nehmen die Schwierigkeiten deutlich zu. Es folgen 2 Kilometer schönes sportliches Wildwasser (WW III-IV) sowie eine schwere Stelle, die vor der Befahrung besichtigt werden sollte. Stärkeres Gefälle mit vielen kleinen Stufen und guter Verblockung sind nun vorherrschend.

Bald folgt die erste anspruchsvollere IVer-Stelle - ein ca. 80 m langer wuchtiges Gefällstück in einer leichten Rechtskurve. Diese Stück weist wohl nur eine leichte bis mäßige Verblockung auf, hat aber ein durchgehend gutes Gefälle, einige `kleineren´ Stufen und einige wenige, aber wuchtige Walzen (s. Bild unten vom ersten Teil).

Etwas später fällt einem am rechten Ufer, weit vor einem, ein großer abgerutscher Hang auf. Nach der hier befindlichen Linkskurve folgt die schwerste Stelle der Savinja - ein steiler Katarakt mit Schwierigkeiten je nach Wasserstand zwischen IV+ und V. Dem Katarakt folgt in einer scharfen Rechtskurve eine auffällige Prallwand mit `Magnetwirkung´.

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Schon auf der Anfahrt wird einem der Katarakt auffallen (s. Bild rechts; Blick von der Straße; bei etwas mehr als Niedrigwasser). Am Besten hier bei der Anfahrt auf der Straße kurz anhalten und einen Blick auf den Abschnitt werfen.

Der gesamte Abschnitt ist hinsichtlich der Wahl der Fahrtroute am Besten vom rechten Ufer zu besichtigen. Gerade die stark verblockte Eingangsstufe am Katarakt muß am intensivsten erkundet werden. Ggf. kann der Katarakt, wenn auch etwas mühsam, am rechten Ufer über die großen Felsblöcke umtragen werden.

Am Ende des Katarakts kann zunächst links oder rechts ein Kehrwasser angefahren werden, bevor die Fahrt fortgesetzt wird (s. Bild unten; Bildvordergrund). Nach der nächsten Stufe zieht die Strömung sehr stark auf eine hier in der linken Außenkurve befindliche Prallwand (s. Bild unten; Bildhintergrund). Die Anziehungskraft wird leicht unterschätzt.

Nach diesem Höhepunkt auf der Savinja, geht es mit munteren und übersichtlichem WW III-IV weiter.

Bald darauf, direkt vor dem Ortseingang von Struge, wird ein 2 Meter hohes, rückläufiges Wehr erreicht (s. Bild unten). Dieses sollte links umtragen werden. Nach Besichtigung und optimalem Wasserstand ist das Wehr evtl. in einem kleinen Bereich im linken Viertel fahrbar (s. Bild unten).

Direkt danach wieder schönes Wildwasser mit mäßigschwerer Verblockung und kleinen Abfälle (s. Bild unten).

Ca. 200 Meter nach dem Wehr verengt sich der Fluss zwischen großen Felsblöcken und es folgt eine weitere anspruchsvolle IVer-Stelle - eine von oben zunächst nicht sichtbare, plötzlich auftauchende Stufe (s. Bild unten; zwischen Niedrig- und Mittelwasser).

Auf der linken Hälfte des Unterwassers befindet sich ein verwalztes Loch, in das man besser nicht hineinfährt. Auf der rechten Hälfte des Abfalls trifft der rechte Teil der Stromzunge einen stark angeströmten niedrigen Felsen, den man besser auch nicht treffen sollte (s. Bild oben).

Danach kurz ruhiges Wasser, bevor es mit kleinen Stufen in einem vorübergehend breiteren Flussbett weitergeht. Schließlich wird die Straßenbrücke von Struge erreicht. Hier werden dann evtl. weitere Paddler zusteigen.

Abschnitt:

Struge - Ljubno

Länge und Schwierigkeit:

9,5 km II-III

DKV-km:

km 23 - km 32,5

Befahrbarkeit:

bis Juni

Landschaftsbewertung:

2

All die, die keine IVer-Stelle fahren wollen, haben die Möglichkeit in der kleinen Ansiedlung Struge die Befahrung der Savinja zu beginnen. Ab hier liegen die Schwierigkeiten bei bis zu mittleren Wasserständen bei höchstens WW III.

Ein guter Einstieg befindet sich am rechten Flussufer etwas unterhalb der Straßenbrücke an einer auffälligen Treppe. Hier steigen auch die slowenischen Wildwasserabfahrer zu ihren Trainingsabfahrten ein. Die Fahrzeuge können am Besten auf dem riesigen Parkplatz am linken Flussufer zwischen der Straße und dem Fluss abgestellt werden.

Wer will, kann auch am westlichen Ende des Parkplatzes (> N 46° 21' 56'', E 14° 46' 24'') die Kajaks die Böschung hinuntertragen (bitte die Blümchen nicht zertrampeln!) und bereits hier die Befahrung der Savinja beginnen und damit die kleinen Stufen und die leichte Verblockung vor der Straßenbrücke noch mitnehmen.

Auf den nachfolgenden 9,5 Kilometern bis zum Ort Ljubno bietet die Savinja nun herrliches Wildwasser im Schwierigkeitsbereich von WW II-III in einem schönem Waldtal.

Immer wieder folgen Schwälle, kleine Stufen und Blockstrecken (s. Bilder oben und unten; bei etwas mehr als Niedrigwasser). Zwischen allen schwierigeren Stellen folgen immer wieder kurze leichtere Stücke. Alles kann rechtzeitig vom Kajak bzw. Kehrwasser aus erkannt werden. Das Gefälle und die Schwierigkeiten nehmen von Struge bis Ljubno leicht ab. Auch bei Niedrigwasser bleibt dieser Flussabschnitt aufgrund der vielen Spiel- und Übungsmöglichkeiten lohnenswert.

Ca. 7 Kilometern unterhalb von Struge wartet noch ein 2 Meter hohes, zweistufiges und rückläufiges Holzwehr auf den Paddler (s. Bild unten). Üblicherweise wird das Wehr auf 50 m Meter über das linke Ufer umtragen.

Am rechten Rand befindet sich eine Fischtreppe. Bei Niedrigwasser soll diese Treppe evtl. befahren werden können. Wegen der Kurve am Ende und der Nähe zum abfallenden Wassers des Wehres sollte die Fischtreppe aber vor einer Befahrung unbedingt erkundet werden. Nach Besichtigung und optimalem Wasserstand ist das Wehr evtl. auch in einem kleinen Bereich in der linken Hälfte befahrbar (s. Bild oben).

Nach dem Wehr lassen die Schwierigkeiten auf der Savinja etwas nach. An diesem Wehr wird ein Teil des Wassers vorübergehend abgeleitet.

Bei Erreichen der ersten großen Straßenbrücke der Talstraße beim Ort Ljubno öffnet sich das bisher schmale Tal. Kurz nach der Brücke folgt ein flaches, zumeist fahrbares Schrägwehr aus Holz mit einer je nach Wasserstand evtl. interessanten Sufwelle (s. Bild unten).

Im Bereich des Ortes ist es vorübergehend landschaftlich nicht mehr so interessant. Die wildwassertechnischen Schwierigkeiten lassen ab hier weiter deutlich nach. An der zweiten Brücke, die ins Ortszentrum führt, kann dann am linken Ufer, an der Promenade des Ortes (> N 46° 20' 24'', E 14° 50' 03''), die Wildwassertour beendet werden.

Abschnitt:

Ljubno - Hinter Radmirje

Länge und Schwierigkeit:

3 km II (III)

DKV-km:

km 32,5 - km 35,5

Befahrbarkeit:

bis Juni

Landschaftsbewertung:

2-3

Wer hier jedoch aussteigt, verpasst am Ende der nachfolgenden leichten Wildwasserstrecke einen interessanten, wuchtigen Abfall (WW III). Daher wird hier die Fahrt zumeist noch bis kurz nach Radmirje fortgesetzt.

Am Ortsende von Ljubno taucht noch ein weiteres Wehr auf. Dieses Wehr kann zumindest bei Niedrigwasser, evtl. auch bei höheren Wasserstände am linken Rand durch zwei Durchlässe (zwischen 3 auffälligen Betonpfeilern) durchfahren (s. Bild unten) oder hier am Ufer auch umtragen werden. Sollte die Durchfahrt hier durch querliegendes Holz versperrt sein, kann man es auch am äußersten rechten Rand des Wehres an den dort befindlichen Durchlässen versuchen.

Danach wird es trotz des breiteren Tales landschaftlich wieder etwas schöner (s. Bild oben). Wildwassertechnisch wechseln hier Fließstrecken mit einzelnen Kiesbank- und Kurvenschwällen ab (WW II).

Kurz vor dem Ende der Tour, direkt vor der Straßenbrücke der Talstraße, auf der Höhe des Ortes Radmirje, überrascht dann die oben schon angesprochene IIIer-Stelle an. Es beginnt zunächst nur mit einem unauffälligen Kiesbankschwall in einer leichten Rechtskurve. Das Gefälle nimmt jedoch stetig zu. Zwischen einzelnen Felsblöcken bilden sich zunächst kleine Abfälle und anschließend einige wuchtige Wellen. Plötzlich taucht überraschend ein 1 Meter hoher Abfall mit je nach Wasserstand mehr oder weniger starkem Rücklauf auf (siehe Bild unten; bei etwas mehr als Niedrigwasser).

Schon mancher hat hier im verwalzten und luftdurchsetzten Unterwasser unfreiwillig eine Kerze gemacht, musste Rollen oder sogar Schwimmen. Evtl. auch nur deshalb, weil man nicht mehr mit so einer Stelle gerechnet hat und vollkommen überrascht wurde. Danach bleibt jedoch genügend Zeit, alles wieder einzusammeln, da der Fluss hiernach nur noch eine relativ geringe Strömung hat.

Die Stelle kann ggf. am linken Ufer etwas mühsam über die Felsblöcke umtragen werden. Eine Beendigung der Fahrt vor dem Abfall müsste erkundigt werden. Vom Auto aus kann der Abfall evtl. erahnt aber nicht gesehen werden, da er zu nah an der Brücke liegt.

Danach sollte die Fahrt bei leichter Strömung noch ca. 500 Meter bis zum Sportzentrum Prodnik am linken Ufer fortgesetzt werden. Hier können die Kajaks vor dem Hauptgebäude bequem über eine Steintreppe zu einem zwischen dem Haus und der Straße befindlichen Parkplatz (> N 46° 19' 43'', E 14° 51' 38'') des Sportzentrums hochgetragen werden.

Das Sportzentrum befindet sich auf der Höhe des Dorfes Okonina und ist aufgrund des großen Hinweisschildes an der Straße nicht zu übersehen. Wer hier parkt und die (hauseigene) Steintreppe nutzt, sollte aber vorher um Erlaubnis fragen oder evtl. nach der Paddeltour noch die Außenterasse der Gaststätte besuchen. Das Lokal bietet dem erschöpftem Paddler eine Vielzahl von sehr gut gemachten Gerichten (auch Pizza), Eis oder auch kühles Pivo.

Hinweis: Die Infos basieren auf die letzte Befahrung am 22. April 2005. Die Fotos Nr. 1, 4, 5, 6, 7, 12 und 13 sind vom gleichen Tag (Internetpegel = zwischen Niedrig- und Mittelwasser). Die übrigen Fotos sind vom 10. und 11. Juni 2004 (= etwas mehr als Niedrigwasser). Am 22. April konnte der Fluss (einschl. Wehre) durchgehend befahren werden. Die wildwassertechnischen Bewertungen beziehen sich auf mittlere Wasserstände.

Bild Nr. 1 u. 6 v. Reinhard Böling

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